Start der inklu­si­ven Schu­le?

Wie das Nie­der­säch­si­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um am 7. August 2013 bekannt gege­ben hat, sol­len die Rah­men­be­din­gun­gen für die Inklu­si­on ver­bes­sert wer­den.

Mit Beginn des kom­men­den Schul­jah­res star­tet die inklu­si­ve Schu­le. Bereits im März des ver­gan­ge­nen Jah­res ist das Gesetz zur Ein­füh­rung der inklu­si­ven Schu­le im Nie­der­säch­si­schen Land­tag beschlos­sen wor­den. Danach ist für das Schul­jahr 2013/​14 Fol­gen­des vor­ge­se­hen:

  • Die Grund­schu­len neh­men zum Schul­jahr 2013/​2014 alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit son­der­päd­ago­gi­schem Unter­stüt­zungs­be­darf im För­der­schwer­punkt Ler­nen im 1. Schul­jahr auf. Alle ande­ren Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit beson­de­rem För­der­be­darf wer­den an all­ge­mei­nen Grund­schu­len unter­rich­tet, wenn ihre Erzie­hungs­be­rech­tig­ten dies wün­schen.
  • In den För­der­schu­len mit dem För­der­schwer­punkt „Ler­nen” wer­den ab dem Schul­jahr 2013/​2014 auf­stei­gend mit dem 1. Schul­jahr kei­ne Schü­le­rin­nen und Schü­ler mehr im Primar­be­reich auf­ge­nom­men.
  • Wei­ter­füh­ren­de Schu­len neh­men zum neu­en Schul­jahr auf­stei­gend mit dem 5. Jahr­gang Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit son­der­päd­ago­gi­schem Unter­stüt­zungs­be­darf in allen För­der­schwer­punk­ten in den Sekun­dar­be­reich I auf, sofern dies dem Eltern­wunsch ent­spricht.
  • Die Ein­rich­tung von Schwer­punkt­schu­len ist für einen Über­gangs­zeit­raum bis 2018 mög­lich.

Für die Umset­zung der Inklu­si­on stellt die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung in den kom­men­den vier Jah­ren bis zu 550 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung:

  • Für diver­se Maß­nah­men der son­der­päd­ago­gi­schen För­de­rung stellt das Land bereits jähr­lich rund 84 Mil­lio­nen Euro (336 Mio. Euro bis 2017) für Inte­gra­ti­ons­klas­sen, Mobi­le Diens­te, die son­der­päd­ago­gi­sche Grund­ver­sor­gung, die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Grund- und För­der­schu­len und Sprach­son­der­un­ter­richt zur Ver­fü­gung.
  • Bis 2017 erhöht die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung die finan­zi­el­len Mit­tel für Lehr­kräf­te sowie päd­ago­gi­sche Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter um wei­te­re ca. 200 Mil­lio­nen Euro. Damit wer­den zusätz­lich 1.640 Voll­zeit­leh­rer­ein­hei­ten für die Umset­zung der inklu­si­ven Schu­le zur Ver­fü­gung gestellt. Zum Schul­jah­res­be­ginn 2013/​2014 kom­men zunächst 145 wei­te­re Voll­zeit­leh­rer­ein­hei­ten hin­zu.
  • Im Bereich Fort- und Wei­ter­bil­dung plant die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung, rund 6,4 Mil­lio­nen Euro für den Zeit­raum der mit­tel­fris­ti­gen Finanz­pla­nung zu inves­tie­ren. Um die Lehr­kräf­te im Zuge der inklu­si­ven Schu­le zu unter­stüt­zen, wur­den u. a. berufs­be­glei­ten­de Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men für Lehr­kräf­te auf­ge­legt. Hin­zu kom­men sol­len z.B. in den nächs­ten Jah­ren Sprint­stu­di­en­gän­ge zum Erwerb von son­der­päd­ago­gi­schen Ergän­zungs­qua­li­fi­ka­tio­nen.

Die Nie­der­säch­si­sche Kul­tus­mi­nis­te­rin sieht dar­in zwar gute Rah­men­be­din­gun­gen, betont aber deut­lich, dass von der Lan­des­re­gie­rung die Umset­zung der Inklu­si­on immer als ein Pro­zess ver­stan­den wor­den ist. So sol­len die nun tat­säch­lich getrof­fe­nen Maß­nah­men inten­siv beob­ach­tet wer­den, um mög­li­chen Nach­bes­se­rungs­be­darf zu erken­nen.

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