Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Inklusion

In der Behin­derten­recht­skon­ven­tion geht es nicht mehr um die Inte­gra­tion von “Aus­ge­gren­zten”, son­dern darum, von vorn­here­in allen Men­schen die uneingeschränk­te Teil­nahme an allen Aktiv­itäten möglich zu machen.
inklusionNicht das von vorn­here­in neg­a­tive Ver­ständ­nis von Behin­derung soll Nor­mal­ität sein, son­dern ein gemein­sames Leben aller Men­schen mit und ohne Behin­derun­gen. Fol­glich hat sich nicht der Men­sch mit Behin­derung zur Wahrung sein­er Rechte anzu­passen, son­dern das gesellschaftliche Leben Aller muss von vorn­here­in für alle Men­schen (inklu­sive der Men­schen mit Behin­derun­gen) ermöglicht wer­den.

Diese gle­ich­berechtigte Teil­habe an der Gesellschaft, die Inklu­sion, ist der Leitgedanke der Behin­derten­recht­skon­ven­tion und schlägt sich in eini­gen Punk­ten der Kon­ven­tion nieder:

  • Artikel 13 CRPD: Zugang zur Jus­tiz
  • Artikel 24 CRPD: Bil­dung
  • Artikel 25 CRPD: Gesund­heit
  • Artikel 29 CRPD: Wahlrecht

 

Beson­ders stark disku­tiert wor­den ist die “inklu­sive Bil­dung” in Artikel 24 der Kon­ven­tion. Darin garantieren die Ver­tragsstaat­en “ein inte­gra­tives Bil­dungssys­tem auf allen Ebe­nen und lebenslanges Ler­nen”. Der Nor­mal­fall soll danach sein, dass Kinder “nicht auf­grund von Behin­derung vom unent­geltlichen und oblig­a­torischen Grund­schu­lun­ter­richt oder vom Besuch weit­er­führen­der Schulen aus­geschlossen wer­den” (Artikel 24 Abs.2 a). Das all­ge­meine Bil­dungssys­tem soll jedem zugänglich sein. Ziel ist also der gemein­same Schulbe­such von behin­derten und nicht behin­derten Kindern in ein­er Regelschule als “Nor­mal­fall” — es soll keine Aus­nahme sein. Ger­ade diese Zielset­zung ist sehr umstrit­ten und geht eini­gen Kri­tik­ern zu weit.