Inklu­si­on

Integration - Inklusion

In der Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on geht es nicht mehr um die Inte­gra­ti­on von “Aus­ge­grenz­ten”, son­dern dar­um, von vorn­her­ein allen Men­schen die unein­ge­schränk­te Teil­nah­me an allen Akti­vi­tä­ten mög­lich zu machen.
Nicht das von vorn­her­ein nega­ti­ve Ver­ständ­nis von Behin­de­rung soll Nor­ma­li­tät sein, son­dern ein gemein­sa­mes Leben aller Men­schen mit und ohne Behin­de­run­gen. Folg­lich hat sich nicht der Mensch mit Behin­de­rung zur Wah­rung sei­ner Rech­te anzu­pas­sen, son­dern das gesell­schaft­li­che Leben Aller muss von vorn­her­ein für alle Men­schen (inklu­si­ve der Men­schen mit Behin­de­run­gen) ermög­licht werden.

Bereits bei der Ent­ste­hung der Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on sind die Betrof­fe­nen durch Ver­tre­ter betei­ligt gewe­sen. Doch für die offi­zi­el­le Über­set­zung, die gemein­sam für Deutsch­land, Öster­reich, Schweiz und Liech­ten­stein erfolg­te, ist der Teil­ha­be-Gedan­ke ver­nach­läs­sigt wor­den: Die behin­der­ten Men­schen sind an der Umset­zung der Über­set­zung in die deut­sche Spra­che nicht betei­ligt wor­den. Da ihrer Mei­nung nach u.a. der eng­li­sche Begriff “inclu­si­on” falsch mit “Inte­gra­ti­on” über­setzt wor­den ist, kam es letz­ten Endes zu einer soge­nann­ten “Schat­ten­über­set­zung”.

inklusion

Die­se gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be an der Gesell­schaft, die Inklu­si­on, ist der Leit­ge­dan­ke der Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on und schlägt sich in eini­gen Punk­ten der Kon­ven­ti­on nieder:

  • Arti­kel 13 CRPD: Zugang zur Justiz
  • Arti­kel 24 CRPD: Bil­dung
  • Arti­kel 25 CRPD: Gesundheit
  • Arti­kel 29 CRPD: Wahlrecht

Beson­ders stark dis­ku­tiert wor­den ist die “inklu­si­ve Bil­dung” in Arti­kel 24 der Kon­ven­ti­on. Dar­in garan­tie­ren die Ver­trags­staa­ten “ein inte­gra­ti­ves Bil­dungs­sys­tem auf allen Ebe­nen und lebens­lan­ges Ler­nen”. Der Nor­mal­fall soll danach sein, dass Kin­der “nicht auf­grund von Behin­de­rung vom unent­gelt­li­chen und obli­ga­to­ri­schen Grund­schul­un­ter­richt oder vom Besuch wei­ter­füh­ren­der Schu­len aus­ge­schlos­sen wer­den” (Arti­kel 24 Abs.2 a). Das all­ge­mei­ne Bil­dungs­sys­tem soll jedem zugäng­lich sein. Ziel ist also der gemein­sa­me Schul­be­such von behin­der­ten und nicht behin­der­ten Kin­dern in einer Regel­schu­le als “Nor­mal­fall” – es soll kei­ne Aus­nah­me sein. Gera­de die­se Ziel­set­zung ist sehr umstrit­ten und geht eini­gen Kri­ti­kern zu weit.

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