Über­ein­kom­men über die Rech­te von Men­schen mit Behinderungen

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Inhalts­ver­zeich­nis

Prä­am­bel

Die Ver­trags­staa­ten die­ses Übereinkommens –

  1. unter Hin­weis auf die in der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen ver­kün­de­ten Grund­sät­ze, denen zufol­ge die Aner­ken­nung der Wür­de und des Wer­tes, die allen Mit­glie­dern der mensch­li­chen Gesell­schaft inne­woh­nen, sowie ihrer glei­chen und unver­äu­ßer­li­chen Rech­te die Grund­la­ge von Frei­heit, Gerech­tig­keit und Frie­den in der Welt bildet,
  2. in der Erkennt­nis, dass die Ver­ein­ten Natio­nen in der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te und in den Inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­pak­ten ver­kün­det haben und über­ein­ge­kom­men sind, dass jeder Mensch ohne Unter­schied Anspruch auf alle dar­in auf­ge­führ­ten Rech­te und Frei­hei­ten hat,
  3. bekräf­ti­gend, dass alle Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten all­ge­mein gül­tig und unteil­bar sind, ein­an­der bedin­gen und mit­ein­an­der ver­knüpft sind und dass Men­schen mit Behin­de­run­gen der vol­le Genuss die­ser Rech­te und Frei­hei­ten ohne Dis­kri­mi­nie­rung garan­tiert wer­den muss,
  4. unter Hin­weis auf den Inter­na­tio­na­len Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te, den Inter­na­tio­na­len Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te, das Inter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men zur Besei­ti­gung jeder Form von Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung, das Über­ein­kom­men zur Besei­ti­gung jeder Form von Dis­kri­mi­nie­rung der Frau, das Über­ein­kom­men gegen Fol­ter und ande­re grau­sa­me, unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung oder Stra­fe, das Über­ein­kom­men über die Rech­te des Kin­des und das Inter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men zum Schutz der Rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Familienangehörigen,
  5. in der Erkennt­nis, dass das Ver­ständ­nis von Behin­de­rung sich stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt und dass Behin­de­rung aus der Wech­sel­wir­kung zwi­schen Men­schen mit Beein­träch­ti­gun­gen und ein­stel­lungs- und umwelt­be­ding­ten Bar­rie­ren ent­steht, die sie an der vol­len, wirk­sa­men und gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be an der Gesell­schaft hindem,
  6. in der Erkennt­nis, dass die in dem Welt­ak­ti­ons­pro­gramm für Behin­der­te und den Rah­men­be­stim­mun­gen für die Her­stel­lung der Chan­cen­gleich­heit für Behin­der­te ent­hal­te­nen Grund­sät­ze und Leit­li­ni­en einen wich­ti­gen Ein­fluss auf die För­de­rung, Aus­ar­bei­tung und Bewer­tung von poli­ti­schen Kon­zep­ten, Plä­nen, Pro­gram­men und Maß­nah­men auf ein­zel­staat­li­cher, regio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne zur Ver­bes­se­rung der Chan­cen­gleich­heit für Men­schen mit Behin­de­run­gen haben,
  7. nach­drück­lich dar­auf hin­wei­send, wie wich­tig es ist, die Behin­de­rungs­the­ma­tik zu einem fes­ten Bestand­teil der ein­schlä­gi­gen Stra­te­gien der nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung zu machen,
  8. eben­so in der Erkennt­nis, dass jede Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung eine Ver­let­zung der Wür­de und des Wer­tes dar­stellt, die jedem Men­schen innewohnen,
  9. fer­ner in der Erkennt­nis der Viel­falt der Men­schen mit Behinderungen,
  10. in Aner­ken­nung der Not­wen­dig­keit, die Men­schen­rech­te aller Men­schen mit Behin­de­run­gen, ein­schließ­lich der­je­ni­gen, die inten­si­ve­re Unter­stüt­zung benö­ti­gen, zu för­dern und zu schützen,
  11. besorgt dar­über, dass sich Men­schen mit Behin­de­run­gen trotz die­ser ver­schie­de­nen Doku­men­te und Ver­pflich­tun­gen in allen Tei­len der Welt nach wie vor Hin­der­nis­sen für ihre Teil­ha­be als gleich­be­rech­tig­te Mit­glie­der der Gesell­schaft sowie Ver­let­zun­gen ihrer Men­schen­rech­te gegenübersehen,
  12. in Aner­ken­nung der Bedeu­tung der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit für die Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen der Men­schen mit Behin­de­run­gen in allen Län­dern, ins­be­son­de­re den Entwicklungsländern,
  13. in Aner­ken­nung des wert­vol­len Bei­trags, den Men­schen mit Behin­de­run­gen zum all­ge­mei­nen Wohl und zur Viel­falt ihrer Gemein­schaf­ten leis­ten und leis­ten kön­nen, und in der Erkennt­nis, dass die För­de­rung des vol­len Genus­ses der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten durch Men­schen mit Behin­de­run­gen sowie ihrer unein­ge­schränk­ten Teil­ha­be ihr Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl ver­stär­ken und zu erheb­li­chen Fort­schrit­ten in der mensch­li­chen, sozia­len und wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung der Gesell­schaft und bei der Besei­ti­gung der Armut füh­ren wird,
  14. in der Erkennt­nis, wie wich­tig die indi­vi­du­el­le Auto­no­mie und Unab­hän­gig­keit für Men­schen mit Behin­de­run­gen ist, ein­schließ­lich der Frei­heit, eige­ne Ent­schei­dun­gen zu treffen,
  15. in der Erwä­gung, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen die Mög­lich­keit haben sol­len, aktiv an Ent­schei­dungs­pro­zes­sen über poli­ti­sche Kon­zep­te und über Pro­gram­me mit­zu­wir­ken, ins­be­son­de­re wenn die­se sie unmit­tel­bar betreffen,
  16. besorgt über die schwie­ri­gen Bedin­gun­gen, denen sich Men­schen mit Behin­de­run­gen gegen­über­se­hen, die mehr­fa­chen oder ver­schärf­ten For­men der Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund der Ras­se, der Haut­far­be, des Geschlechts, der Spra­che, der Reli­gi­on, der poli­ti­schen oder sons­ti­gen Anschau­ung, der natio­na­len, eth­ni­schen, indi­ge­nen oder sozia­len Her­kunft, des Ver­mö­gens, der Geburt, des Alters oder des sons­ti­gen Sta­tus aus­ge­setzt sind,
  17. in der Erkennt­nis, dass Frau­en und Mäd­chen mit Behin­de­run­gen sowohl inner­halb als auch außer­halb ihres häus­li­chen Umfelds oft in stär­ke­rem Maße durch Gewalt, Ver­let­zung oder Miss­brauch, Nicht­be­ach­tung oder Ver­nach­läs­si­gung, Miss­hand­lung oder Aus­beu­tung gefähr­det sind,
  18. in der Erkennt­nis, dass Kin­der mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren Kin­dern alle Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten in vol­lem Umfang genie­ßen sol­len, und unter Hin­weis auf die zu die­sem Zweck von den Ver­trags­staa­ten des Über­ein­kom­mens über die Rech­te des Kin­des ein­ge­gan­ge­nen Verpflichtungen,
  19. nach­drück­lich dar­auf hin­wei­send, dass es not­wen­dig ist, bei allen Anstren­gun­gen zur För­de­rung des vol­len Genus­ses der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten durch Men­schen mit Behin­de­run­gen die Geschlech­ter­per­spek­ti­ve einzubeziehen,
  20. unter beson­de­rem Hin­weis dar­auf, dass die Mehr­zahl der Men­schen mit Behin­de­run­gen in einem Zustand der Armut lebt, und dies­be­züg­lich in der Erkennt­nis, dass die nach­tei­li­gen Aus­wir­kun­gen der Armut auf Men­schen mit Behin­de­run­gen drin­gend ange­gan­gen wer­den müssen,
  21. in dem Bewusst­sein, dass Frie­den und Sicher­heit auf der Grund­la­ge der unein­ge­schränk­ten Ach­tung der in der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen ent­hal­te­nen Zie­le und Grund­sät­ze sowie der Ein­hal­tung der anwend­ba­ren Über­ein­künf­te auf dem Gebiet der Men­schen­rech­te unab­ding­bar sind für den umfas­sen­den Schutz von Men­schen mit Behin­de­run­gen, ins­be­son­de­re in bewaff­ne­ten Kon­flik­ten oder wäh­rend aus­län­di­scher Besetzung,
  22. in der Erkennt­nis, wie wich­tig es ist, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen vol­len Zugang zur phy­si­schen, sozia­len, wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Umwelt, zu Gesund­heit und Bil­dung sowie zu Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on haben, damit sie alle Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten voll genie­ßen können,
  23. im Hin­blick dar­auf, dass der Ein­zel­ne gegen­über sei­nen Mit­men­schen und der Gemein­schaft, der er ange­hört, Pflich­ten hat und gehal­ten ist, für die För­de­rung und Ach­tung der in der Inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­char­ta aner­kann­ten Rech­te einzutreten,
  24. in der Über­zeu­gung, dass die Fami­lie die natür­li­che Kern­zel­le der Gesell­schaft ist und Anspruch auf Schutz durch Gesell­schaft und Staat hat und dass Men­schen mit Behin­de­run­gen und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen den erfor­der­li­chen Schutz und die not­wen­di­ge Unter­stüt­zung erhal­ten sol­len, um es den Fami­li­en zu ermög­li­chen, zum vol­len und gleich­be­rech­tig­ten Genuss der Rech­te der Men­schen mit Behin­de­run­gen beizutragen,
  25. in der Über­zeu­gung, dass ein umfas­sen­des und in sich geschlos­se­nes inter­na­tio­na­les Über­ein­kom­men zur För­de­rung und zum Schutz der Rech­te und der Wür­de von Men­schen mit Behin­de­run­gen sowohl in den Ent­wick­lungs­län­dern als auch in den ent­wi­ckel­ten Län­dern einen maß­geb­li­chen Bei­trag zur Besei­ti­gung der tief­grei­fen­den sozia­len Benach­tei­li­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen leis­ten und ihre Teil­ha­be am bür­ger­li­chen, poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Leben auf der Grund­la­ge der Chan­cen­gleich­heit för­dern wird –

haben Fol­gen­des vereinbart:

Arti­kel 1 – Zweck

Zweck die­ses Über­ein­kom­mens ist es, den vol­len und gleich­be­rech­tig­ten Genuss aller Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten durch alle Men­schen mit Behin­de­run­gen zu för­dern, zu schüt­zen und zu gewähr­leis­ten und die Ach­tung der ihnen inne­woh­nen­den Wür­de zu fördern.

Zu den Men­schen mit Behin­de­run­gen zäh­len Men­schen, die lang­fris­ti­ge kör­per­li­che, see­li­sche, geis­ti­ge oder Sin­nes­be­ein­träch­ti­gun­gen haben, wel­che sie in Wech­sel­wir­kung mit ver­schie­de­nen Bar­rie­ren an der vol­len, wirk­sa­men und gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be an der Gesell­schaft hin­dern können.

Arti­kel 2 – Begriffsbestimmungen

Im Sin­ne die­ses Übereinkommens

  • schließt „Kom­mu­ni­ka­ti­on“ Spra­chen, Text­dar­stel­lung, Braille­schrift, tak­ti­le Kom­mu­ni­ka­ti­on, Groß­druck, leicht zugäng­li­ches Mul­ti­me­dia sowie schrift­li­che, audi­tive, in ein­fa­che Spra­che über­setz­te, durch Vor­le­ser zugäng­lich gemach­te sowie ergän­zen­de und alter­na­ti­ve For­men, Mit­tel und For­ma­te der Kom­mu­ni­ka­ti­on, ein­schließ­lich leicht zugäng­li­cher Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie, ein;
  • schließt „Spra­che“ gespro­che­ne Spra­chen sowie Gebär­den­spra­chen und ande­re nicht gespro­che­ne Spra­chen ein;
  • bedeu­tet „Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung“ jede Unter­schei­dung, Aus­schlie­ßung oder Beschrän­kung auf­grund von Behin­de­rung, die zum Ziel oder zur Fol­ge hat, dass das auf die Gleich­be­rech­ti­gung mit ande­ren gegrün­de­te Aner­ken­nen, Genie­ßen oder Aus­üben aller Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten im poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, sozia­len, kul­tu­rel­len, bür­ger­li­chen oder jedem ande­ren Bereich beein­träch­tigt oder ver­ei­telt wird. Sie umfasst alle For­men der Dis­kri­mi­nie­rung, ein­schließ­lich der Ver­sa­gung ange­mes­se­ner Vorkehrungen;
  • bedeu­tet „ange­mes­se­ne Vor­keh­run­gen“ not­wen­di­ge und geeig­ne­te Ände­run­gen und Anpas­sun­gen, die kei­ne unver­hält­nis­mä­ßi­ge oder unbil­li­ge Belas­tung dar­stel­len und die, wenn sie in einem bestimm­ten Fall erfor­der­lich sind, vor­ge­nom­men wer­den, um zu gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren alle Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten genie­ßen oder aus­üben können;
  • bedeu­tet „uni­ver­sel­les Design“ ein Design von Pro­duk­ten, Umfel­dern, Pro­gram­men und Dienst­leis­tun­gen in der Wei­se, dass sie von allen Men­schen mög­lichst weit­ge­hend ohne eine Anpas­sung oder ein spe­zi­el­les Design genutzt wer­den kön­nen. „Uni­ver­sel­les Design“ schließt Hilfs­mit­tel für bestimm­te Grup­pen von Men­schen mit Behin­de­run­gen, soweit sie benö­tigt wer­den, nicht aus.

Arti­kel 3 – All­ge­mei­ne Grundsätze

Die Grund­sät­ze die­ses Über­ein­kom­mens sind:

  1. die Ach­tung der dem Men­schen inne­woh­nen­den Wür­de, sei­ner indi­vi­du­el­len Auto­no­mie, ein­schließ­lich der Frei­heit, eige­ne Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, sowie sei­ner Unabhängigkeit;
  2. die Nicht­dis­kri­mi­nie­rung;
  3. die vol­le und wirk­sa­me Teil­ha­be an der Gesell­schaft und Ein­be­zie­hung in die Gesellschaft;
  4. die Ach­tung vor der Unter­schied­lich­keit von Men­schen mit Behin­de­run­gen und die Akzep­tanz die­ser Men­schen als Teil der mensch­li­chen Viel­falt und der Menschheit;
  5. die Chan­cen­gleich­heit;
  6. die Zugäng­lich­keit;
  7. die Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau;
  8. die Ach­tung vor den sich ent­wi­ckeln­den Fähig­kei­ten von Kin­dern mit Behin­de­run­gen und die Ach­tung ihres Rechts auf Wah­rung ihrer Identität.

Arti­kel 4 – All­ge­mei­ne Verpflichtungen

(1) Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, die vol­le Ver­wirk­li­chung aller Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten für alle Men­schen mit Behin­de­run­gen ohne jede Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung zu gewähr­leis­ten und zu för­dern. Zu die­sem Zweck ver­pflich­ten sich die Vertragsstaaten,

  1. alle geeig­ne­ten Gesetzgebungs‑, Ver­wal­tungs- und sons­ti­gen Maß­nah­men zur Umset­zung der in die­sem Über­ein­kom­men aner­kann­ten Rech­te zu treffen
  2. alle geeig­ne­ten Maß­nah­men ein­schließ­lich gesetz­ge­be­ri­scher Maß­nah­men zur Ände­rung oder Auf­he­bung bestehen­der Geset­ze, Ver­ord­nun­gen, Gepflo­gen­hei­ten und Prak­ti­ken zu tref­fen, die eine Dis­kri­mi­nie­rung von Men­schen mit Behin­de­run­gen darstellen;
  3. den Schutz und die För­de­rung der Men­schen­rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen in allen poli­ti­schen Kon­zep­ten und allen Pro­gram­men zu berücksichtigen;
  4. Hand­lun­gen oder Prak­ti­ken, die mit die­sem Über­ein­kom­men unver­ein­bar sind, zu unter­las­sen und dafür zu sor­gen, dass die staat­li­che n Behör­den und öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen im Ein­klang mit die­sem Über­ein­kom­men handeln;
  5. alle geeig­ne­ten Maß­nah­men zur Besei­ti­gung der Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung durch Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen oder pri­va­te Unter­neh­men zu ergreifen;
  6. For­schung und Ent­wick­lung für Güter, Dienst­leis­tun­gen, Gerä­te und Ein­rich­tun­gen in uni­ver­sel­lem Design, wie in Arti­kel 2 defi­niert, die den beson­de­ren Bedürf­nis­sen von Men­schen mit Behin­de­run­gen mit mög­lichst gerin­gem Anpas­sungs- und Kos­ten­auf­wand gerecht wer­den, zu betrei­ben oder zu för­dern, ihre Ver­füg­bar­keit und Nut­zung zu för­dern und sich bei der Ent­wick­lung von Nor­men und Richt­li­ni­en für uni­ver­sel­les Design einzusetzen;
  7. For­schung und Ent­wick­lung für neue Tech­no­lo­gien, die für Men­schen mit Behin­de­run­gen geeig­net sind, ein­schließ­lich Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien, Mobi­li­täts­hil­fen, Gerä­ten und unter­stüt­zen­den Tech­no­lo­gien, zu betrei­ben oder zu för­dern sowie ihre Ver­füg­bar­keit und Nut­zung zu för­dern und dabei Tech­no­lo­gien zu erschwing­li­chen Kos­ten den Vor­rang zu geben;
  8. für Men­schen mit Behin­de­run­gen zugäng­li­che Infor­ma­tio­nen über Mobi­li­täts­hil­fen, Gerä­te und unter­stüt­zen­de Tech­no­lo­gien, ein­schließ­lich neu­er Tech­no­lo­gien, sowie ande­re For­men von Hil­fe, Unter­stüt­zungs­diens­ten und Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung zu stellen;
  9. die Schu­lung von Fach­kräf­ten und ande­rem mit Men­schen mit Behin­de­run­gen arbei­ten­dem Per­so­nal auf dem Gebiet der in die­sem Über­ein­kom­men aner­kann­ten Rech­te zu för­dern, damit die auf­grund die­ser Rech­te garan­tier­ten Hil­fen und Diens­te bes­ser geleis­tet wer­den können.

(2) Hin­sicht­lich der wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Rech­te ver­pflich­tet sich jeder Ver­trags­staat, unter Aus­schöp­fung sei­ner ver­füg­ba­ren Mit­tel und erfor­der­li­chen­falls im Rah­men der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit Maß­nah­men zu tref­fen, um nach und nach die vol­le Ver­wirk­li­chung die­ser Rech­te zu errei­chen, unbe­scha­det der­je­ni­gen Ver­pflich­tun­gen aus die­sem Über­ein­kom­men, die nach dem Völ­ker­recht sofort anwend­bar sind.

(3) Bei der Aus­ar­bei­tung und Umset­zung von Rechts­vor­schrif­ten und poli­ti­schen Kon­zep­ten zur Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens und bei ande­ren Ent­schei­dungs­pro­zes­sen in Fra­gen, die Men­schen mit Behin­de­run­gen betref­fen, füh­ren die Ver­trags­staa­ten mit den Men­schen mit Behin­de­run­gen, ein­schließ­lich Kin­dern mit Behin­de­run­gen, über die sie ver­tre­ten­den Orga­ni­sa­tio­nen enge Kon­sul­ta­tio­nen und bezie­hen sie aktiv ein.

(4) Die­ses Über­ein­kom­men lässt zur Ver­wirk­li­chung der Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen bes­ser geeig­ne­te Bestim­mun­gen, die im Recht eines Ver­trags­staats oder in dem für die­sen Staat gel­ten­den Völ­ker­recht ent­hal­ten sind, unbe­rührt. Die in einem Ver­trags­staat durch Geset­ze, Über­ein­kom­men, Ver­ord­nun­gen oder durch Gewohn­heits­recht aner­kann­ten oder bestehen­den Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten dür­fen nicht unter dem Vor­wand beschränkt oder außer Kraft gesetzt wer­den, dass die­ses Über­ein­kom­men der­ar­ti­ge Rech­te oder Frei­hei­ten nicht oder nur in einem gerin­ge­ren Aus­maß anerkenne.

(5) Die Bestim­mun­gen die­ses Über­ein­kom­mens gel­ten ohne Ein­schrän­kung oder Aus­nah­me für alle Tei­le eines Bundesstaats.

Arti­kel 5 – Gleich­be­rech­ti­gung und Nichtdiskriminierung

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen, dass alle Men­schen vor dem Gesetz gleich sind, vom Gesetz gleich zu behan­deln sind und ohne Dis­kri­mi­nie­rung Anspruch auf glei­chen Schutz durch das Gesetz und glei­che Vor­tei­le durch das Gesetz haben.

(2) Die Ver­trags­staa­ten ver­bie­ten jede Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung und garan­tie­ren Men­schen mit Behin­de­run­gen glei­chen und wirk­sa­men recht­li­chen Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung, gleich­viel aus wel­chen Gründen.

(3) Zur För­de­rung der Gleich­be­rech­ti­gung und zur Besei­ti­gung von Dis­kri­mi­nie­rung unter­neh­men die Ver­trags­staa­ten alle geeig­ne­ten Schrit­te, um die Bereit­stel­lung ange­mes­se­ner Vor­keh­run­gen zu gewährleisten.

(4) Beson­de­re Maß­nah­men, die zur Beschleu­ni­gung oder Her­bei­füh­rung der tat­säch­li­chen Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen erfor­der­lich sind, gel­ten nicht als Dis­kri­mi­nie­rung im Sin­ne die­ses Übereinkommens.

Arti­kel 6 – Frau­en mit Behinderungen

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen, dass Frau­en und Mäd­chen mit Behin­de­run­gen ehr­fa­cher Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt sind, und ergrei­fen in die­ser Hin­sicht Maß­nah­men, um zu gewähr­leis­ten, dass sie alle Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten voll und gleich­be­rech­tigt genie­ßen können.

(2) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men zur Siche­rung der vol­len Ent­fal­tung, der För­de­rung und der Stär­kung der Auto­no­mie der Frau­en, um zu garan­tie­ren, dass sie die in die­sem Über­ein­kom­men genann­ten Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten aus­üben und genie­ßen können.

Arti­kel 7 – Kin­der mit Behinderungen

(1) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle erfor­der­li­chen Maß­nah­men, um zu gewähr­leis­ten, dass Kin­der mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren Kin­dern alle Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten genie­ßen können.

(2) Bei allen Maß­nah­men, die Kin­der mit Behin­de­run­gen betref­fen, ist das Wohl des Kin­des ein Gesichts­punkt, der vor­ran­gig zu berück­sich­ti­gen ist.

(3) Die Ver­trags­staa­ten gewähr­leis­ten, dass Kin­der mit Behin­de­run­gen das Recht haben, ihre Mei­nung in allen sie berüh­ren­den Ange­le­gen­hei­ten gleich­be­rech­tigt mit ande­ren Kin­dern frei zu äußern, wobei ihre Mei­nung ange­mes­sen und ent­spre­chend ihrem Alter und ihrer Rei­fe berück­sich­tigt wird, und behin­de­rungs­ge­rech­te sowie alters­ge­mä­ße Hil­fe zu erhal­ten, damit sie die­ses Recht ver­wirk­li­chen können.

Arti­kel 8 – Bewusstseinsbildung

(1) Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, sofor­ti­ge, wirk­sa­me und geeig­ne­te Maß­nah­men zu ergrei­fen, um

  1. in der gesam­ten Gesell­schaft, ein­schließ­lich auf der Ebe­ne der Fami­li­en, das Bewusst­sein für Men­schen mit Behin­de­run­gen zu schär­fen und die Ach­tung ihrer Rech­te und ihrer Wür­de zu fördern;
  2. Kli­schees, Vor­ur­tei­le und schäd­li­che Prak­ti­ken gegen­über Men­schen mit Behin­de­run­gen, ein­schließ­lich auf­grund des Geschlechts oder des Alters, in allen Lebens­be­rei­chen zu bekämpfen;
  3. das Bewusst­sein für die Fähig­kei­ten und den Bei­trag von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu fördern.

(2) Zu den dies­be­züg­li­chen Maß­nah­men gehören

  1. die Ein­lei­tung und dau­er­haf­te Durch­füh­rung wirk­sa­mer Kam­pa­gnen zur Bewusst­seins­bil­dung in der Öffent­lich­keit mit dem Ziel, 
    1. die Auf­ge­schlos­sen­heit gegen­über den Rech­ten von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu erhöhen,
    2. eine posi­ti­ve Wahr­neh­mung von Men­schen mit Behin­de­run­gen und ein grö­ße­res gesell­schaft­li­ches Bewusst­sein ihnen gegen­über zu fördern,
    3. die Aner­ken­nung der Fer­tig­kei­ten, Ver­diens­te und Fähig­kei­ten von Men­schen mit Behin­de­run­gen und ihres Bei­trags zur Arbeits­welt und zum Arbeits­markt zu fördern;
  2. die För­de­rung einer respekt­vol­len Ein­stel­lung gegen­über den Recht en von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf allen Ebe­nen des Bil­dungs­sys­tems, auch bei allen Kin­dern von frü­her Kind­heit an;
  3. die Auf­for­de­rung an alle Medi­en­or­ga­ne, Men­schen mit Behin­de­run­gen in einer dem Zweck die­ses Über­ein­kom­mens ent­spre­chen­den Wei­se darzustellen;
  4. die För­de­rung von Schu­lungs­pro­gram­men zur Schär­fung des Bewusst­seins für Men­schen mit Behin­de­run­gen und für deren Rechte.

Arti­kel 9 – Zugänglichkeit

(1) Um Men­schen mit Behin­de­run­gen eine unab­hän­gi­ge Lebens­füh­rung und die vol­le Teil­ha­be in allen Lebens­be­rei­chen zu ermög­li­chen, tref­fen die Ver­trags­staa­ten geeig­ne­te Maß­nah­men mit dem Ziel, für Men­schen mit Behin­de­run­gen den gleich­be­rech­tig­ten Zugang zur phy­si­schen Umwelt, zu Trans­port­mit­teln, Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, ein­schließ­lich Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien und ‑sys­te­men, sowie zu ande­ren Ein­rich­tun­gen und Diens­ten, die der Öffent­lich­keit in städ­ti­schen und länd­li­chen Gebie­ten offen­ste­hen oder für sie bereit­ge­stellt wer­den, zu gewähr­leis­ten. Die­se Maß­nah­men, wel­che die Fest­stel­lung und Besei­ti­gung von Zugangs­hin­der­nis­sen und ‑bar­rie­ren ein­schlie­ßen, gel­ten unter ande­rem für

  1. Gebäu­de, Stra­ßen, Trans­port­mit­tel sowie ande­re Ein­rich­tun­gen in Gebäu­den und im Frei­en, ein­schließ­lich Schu­len, Wohn­häu­sern, medi­zi­ni­scher Ein­rich­tun­gen und Arbeitsstätten;
  2. Informations‑, Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und ande­re Diens­te, ein­schließ­lich elek­tro­ni­scher Diens­te und Notdienste.

(2) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen außer­dem geeig­ne­te Maßnahmen,

  1. um Min­dest­stan­dards und Leit­li­ni­en für die Zugäng­lich­keit von Ein­rich­tun­gen und Diens­ten, die der Öffent­lich­keit offen­ste­hen oder für sie bereit­ge­stellt wer­den, aus­zu­ar­bei­ten und zu erlas­sen und ihre Anwen­dung zu überwachen;
  2. um sicher­zu­stel­len, dass pri­va­te Rechts­trä­ger, die Ein­rich­tun­gen und Diens­te, die der Öffent­lich­keit offen­ste­hen oder für sie bereit­ge­stellt wer­den, anbie­ten, alle Aspek­te der Zugäng­lich­keit für Men­schen mit Behin­de­run­gen berücksichtigen;
  3. um betrof­fe­nen Krei­sen Schu­lun­gen zu Fra­gen der Zugäng­lich­keit für Men­schen mit Behin­de­run­gen anzubieten;
  4. um in Gebäu­den und ande­ren Ein­rich­tun­gen, die der Öffent­lich­keit offen­ste­hen, Beschil­de­run­gen in Braille­schrift und in leicht les­ba­rer und ver­ständ­li­cher Form anzubringen;
  5. um mensch­li­che und tie­ri­sche Hil­fe sowie Mit­tels­per­so­nen, unter ande­rem Per­so­nen zum Füh­ren und Vor­le­sen sowie pro­fes­sio­nel­le Gebär­den­sprach­dol­met­scher und ‑dol­met­sche­rin­nen, zur Ver­fü­gung zu stel­len mit dem Ziel, den Zugang zu Gebäu­den und ande­ren Ein­rich­tun­gen, die der Öffent­lich­keit offen­ste­hen, zu erleichtern;
  6. um ande­re geeig­ne­te For­men der Hil­fe und Unter­stüt­zung für Men­schen mit Behin­de­run­gen zu för­dern, damit ihr Zugang zu Infor­ma­tio­nen gewähr­leis­tet wird;
  7. um den Zugang von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu den neu­en Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien und ‑sys­te­men, ein­schließ­lich des Inter­nets, zu fördern;
  8. um die Gestal­tung, die Ent­wick­lung, die Her­stel­lung und den Ver­trieb zugäng­li­cher Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien und ‑sys­te­me in einem frü­hen Sta­di­um zu för­dern, sodass deren Zugäng­lich­keit mit mög­lichst gerin­gem Kos­ten­auf­wand erreicht wird.

Arti­kel 10 – Recht auf Leben

Die Ver­trags­staa­ten bekräf­ti­gen, dass jeder Mensch ein ange­bo­re­nes Recht auf Leben hat, und tref­fen alle erfor­der­li­chen Maß­nah­men, um den wirk­sa­men und gleich­be­rech­tig­ten Genuss die­ses Rechts durch Men­schen mit Behin­de­run­gen zu gewährleisten.

Arti­kel 11 – Gefah­ren­si­tua­tio­nen und huma­ni­tä­re Notlagen

Die Ver­trags­staa­ten ergrei­fen im Ein­klang mit ihren Ver­pflich­tun­gen nach dem Völ­ker­recht, ein­schließ­lich des huma­ni­tä­ren Völ­ker­rechts und der inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­nor­men, alle erfor­der­li­chen Maß­nah­men, um in Gefah­ren­si­tua­tio­nen, ein­schließ­lich bewaff­ne­ter Kon­flik­te, huma­ni­tä­rer Not­la­gen und Natur­ka­ta­stro­phen, den Schutz und die Sicher­heit von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu gewährleisten.

Arti­kel 12 – Glei­che Aner­ken­nung vor dem Recht

(1) Die Ver­trags­staa­ten bekräf­ti­gen, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen das Recht haben, über­all als Rechts­sub­jekt aner­kannt zu werden.

(2) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen in allen Lebens­be­rei­chen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren Rechts- und Hand­lungs­fä­hig­keit genießen.

(3) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, um Men­schen mit Behin­de­run­gen Zugang zu der Unter­stüt­zung zu ver­schaf­fen, die sie bei der Aus­übung ihrer Rechts- und Hand­lungs­fä­hig­keit gege­be­nen­falls benötigen.

(4) Die Ver­trags­staa­ten stel­len sicher, dass zu allen die Aus­übung der Rechts- und Hand­lungs­fä­hig­keit betref­fen­den Maß­nah­men im Ein­klang mit den inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­nor­men geeig­ne­te und wirk­sa­me Siche­run­gen vor­ge­se­hen wer­den, um Miss­bräu­che zu ver­hin­dern. Die­se Siche­run­gen müs­sen gewähr­leis­ten, dass bei den Maß­nah­men betref­fend die Aus­übung der Rechts- und Hand­lungs­fä­hig­keit die Rech­te, der Wil­le und die Prä­fe­ren­zen der betref­fen­den Per­son geach­tet wer­den, es nicht zu Inter­es­sen­kon­flik­ten und miss­bräuch­li­cher Ein­fluss­nah­me kommt, dass die Maß­nah­men ver­hält­nis­mä­ßig und auf die Umstän­de der Per­son zuge­schnit­ten sind, dass sie von mög­lichst kur­zer Dau­er sind und dass sie einer regel­mä­ßi­gen Über­prü­fung durch eine zustän­di­ge, unab­hän­gi­ge und unpar­tei­ische Behör­de oder gericht­li­che Stel­le unter­lie­gen. Die Siche­run­gen müs­sen im Hin­blick auf das Aus­maß, in dem die­se Maß­nah­men die Rech­te und Inter­es­sen der Per­son berüh­ren, ver­hält­nis­mä­ßig sein.

(5) Vor­be­halt­lich die­ses Arti­kels tref­fen die Ver­trags­staa­ten alle geeig­ne­ten und wirk­sa­men Maß­nah­men, um zu gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen das glei­che Recht wie ande­re haben, Eigen­tum zu besit­zen oder zu erben, ihre finan­zi­el­len Ange­le­gen­hei­ten selbst zu regeln und glei­chen Zugang zu Bank­dar­le­hen, Hypo­the­ken und ande­ren Finanz­kre­di­ten zu haben, und gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen nicht will­kür­lich ihr Eigen­tum ent­zo­gen wird.

Arti­kel 13 – Zugang zur Justiz

(1) Die Ver­trags­staa­ten gewähr­leis­ten Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren wirk­sa­men Zugang zur Jus­tiz, unter ande­rem durch ver­fah­rens­be­zo­ge­ne und alters­ge­mä­ße Vor­keh­run­gen, um ihre wirk­sa­me unmit­tel­ba­re und mit­tel­ba­re Teil­nah­me, ein­schließ­lich als Zeu­gen und Zeu­gin­nen, an allen Gerichts­ver­fah­ren, auch in der Ermitt­lungs­pha­se und in ande­ren Vor­ver­fah­rens­pha­sen, zu erleichtern.

(2) Um zur Gewähr­leis­tung des wirk­sa­men Zugangs von Men­schen mit Behin­de­run­gen zur Jus­tiz bei­zu­tra­gen, för­dern die Ver­trags­staa­ten geeig­ne­te Schu­lun­gen für die im Jus­tiz­we­sen täti­gen Per­so­nen, ein­schließ­lich des Per­so­nals von Poli­zei und Strafvollzug.

Arti­kel 14 – Frei­heit und Sicher­heit der Person

(1) Die Ver­trags­staa­ten gewährleisten,

  1. dass Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren das Recht auf per­sön­li­che Frei­heit und Sicher­heit genießen;
  2. dass Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren die Frei­heit nicht rechts­wid­rig oder will­kür­lich ent­zo­gen wird, dass jede Frei­heits­ent­zie­hung im Ein­klang mit dem Gesetz erfolgt und dass das Vor­lie­gen einer Behin­de­rung in kei­nem Fall eine Frei­heits­ent­zie­hung rechtfertigt.

(2) Die Ver­trags­staa­ten gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen, denen auf­grund eines Ver­fah­rens ihre Frei­heit ent­zo­gen wird, gleich­be­rech­tig­ten Anspruch auf die in den inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­nor­men vor­ge­se­he­nen Garan­tien haben und im Ein­klang mit den Zie­len und Grund­sät­zen die­ses Über­ein­kom­mens behan­delt wer­den, ein­schließ­lich durch die Bereit­stel­lung ange­mes­se­ner Vorkehrungen.

Arti­kel 15 – Frei­heit von Fol­ter oder grau­sa­mer, unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Strafe

(1) Nie­mand darf der Fol­ter oder grau­sa­mer, unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Stra­fe unter­wor­fen wer­den. Ins­be­son­de­re darf nie­mand ohne sei­ne frei­wil­li­ge Zustim­mung medi­zi­ni­schen oder wis­sen­schaft­li­chen Ver­su­chen unter­wor­fen werden.

(2) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle wirk­sa­men gesetz­ge­be­ri­schen, ver­wal­tungs­mä­ßi­gen, gericht­li­chen oder sons­ti­gen Maß­nah­men, um auf der Grund­la­ge der Gleich­be­rech­ti­gung zu ver­hin­dern, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen der Fol­ter oder grau­sa­mer, unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Stra­fe unter­wor­fen werden.

Arti­kel 16 – Frei­heit von Aus­beu­tung, Gewalt und Missbrauch

(1) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Gesetzgebungs‑, Verwaltungs‑, Sozial‑, Bil­dungs- und sons­ti­gen Maß­nah­men, um Men­schen mit Behin­de­run­gen sowohl inner­halb als auch außer­halb der Woh­nung vor jeder Form von Aus­beu­tung, Gewalt und Miss­brauch, ein­schließ­lich ihrer geschlechts­spe­zi­fi­schen Aspek­te, zu schützen.

(2) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen außer­dem alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um jede Form von Aus­beu­tung, Gewalt und Miss­brauch zu ver­hin­dern, indem sie unter ande­rem geeig­ne­te For­men von das Geschlecht und das Alter berück­sich­ti­gen­der Hil­fe und Unter­stüt­zung für Men­schen mit Behin­de­run­gen und ihre Fami­li­en und Betreu­ungs­per­so­nen gewähr­leis­ten, ein­schließ­lich durch die Bereit­stel­lung von Infor­ma­tio­nen und Auf­klä­rung dar­über, wie Fäl­le von Aus­beu­tung, Gewalt und Miss­brauch ver­hin­dert, erkannt und ange­zeigt wer­den kön­nen. Die Ver­trags­staa­ten sor­gen dafür, dass Schutz­diens­te das Alter, das Geschlecht und die Behin­de­rung der betrof­fe­nen Per­so­nen berücksichtigen.

(3) Zur Ver­hin­de­rung jeder Form von Aus­beu­tung, Gewalt und Miss­brauch stel­len die Ver­trags­staa­ten sicher, dass alle Ein­rich­tun­gen und Pro­gram­me, die für Men­schen mit Behin­de­run­gen bestimmt sind, wirk­sam von unab­hän­gi­gen Behör­den über­wacht werden.

(4) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um die kör­per­li­che, kogni­ti­ve und psy­chi­sche Gene­sung, die Reha­bi­li­ta­ti­on und die sozia­le Wie­der­ein­glie­de­rung von Men­schen mit Behin­de­run­gen, die Opfer irgend­ei­ner Form von Aus­beu­tung, Gewalt oder Miss­brauch wer­den, zu för­dern, auch durch die Bereit­stel­lung von Schutz­ein­rich­tun­gen. Gene­sung und Wie­der­ein­glie­de­rung müs­sen in einer Umge­bung statt­fin­den, die der Gesund­heit, dem Wohl­erge­hen, der Selbst­ach­tung, der Wür­de und der Auto­no­mie des Men­schen för­der­lich ist und geschlechts- und alters­spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­sen Rech­nung trägt.

(5) Die Ver­trags­staa­ten schaf­fen wirk­sa­me Rechts­vor­schrif­ten und poli­ti­sche Kon­zep­te, ein­schließ­lich sol­cher, die auf Frau­en und Kin­der aus­ge­rich­tet sind, um sicher­zu­stel­len, dass Fäl­le von Aus­beu­tung, Gewalt und Miss­brauch gegen­über Men­schen mit Behin­de­run­gen erkannt, unter­sucht und gege­be­nen­falls straf­recht­lich ver­folgt werden.

Arti­kel 17 – Schutz der Unver­sehrt­heit der Person

Jeder Mensch mit Behin­de­run­gen hat gleich­be­rech­tigt mit ande­ren das Recht auf Ach­tung sei­ner kör­per­li­chen und see­li­schen Unversehrtheit.

Arti­kel 18 – Frei­zü­gig­keit und Staatsangehörigkeit

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das glei­che Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf Frei­zü­gig­keit, auf freie Wahl ihres Auf­ent­halts­orts und auf eine Staats­an­ge­hö­rig­keit, indem sie unter ande­rem gewähr­leis­ten, dass

  1. Men­schen mit Behin­de­run­gen das Recht haben, eine Staats­an­ge­hö­rig­keit zu erwer­ben und ihre Staats­an­ge­hö­rig­keit zu wech­seln, und dass ihnen die­se nicht will­kür­lich oder auf­grund von Behin­de­rung ent­zo­gen wird;
  2. Men­schen mit Behin­de­run­gen nicht auf­grund von Behin­de­rung die Mög­lich­keit ver­sagt wird, Doku­men­te zum Nach­weis ihrer Staats­an­ge­hö­rig­keit oder ande­re Iden­ti­täts­do­ku­men­te zu erhal­ten, zu besit­zen und zu ver­wen­den oder ein­schlä­gi­ge Ver­fah­ren wie Ein­wan­de­rungs­ver­fah­ren in Anspruch zu neh­men, die gege­be­nen­falls erfor­der­lich sind, um die Aus­übung des Rechts auf Frei­zü­gig­keit zu erleichtern;
  3. Men­schen mit Behin­de­run­gen die Frei­heit haben, jedes Land ein­schließ­lich ihres eige­nen zu verlassen;
  4. Men­schen mit Behin­de­run­gen nicht will­kür­lich oder auf­grund von Behin­de­rung das Recht ent­zo­gen wird, in ihr eige­nes Land einzureisen.

(2) Kin­der mit Behin­de­run­gen sind unver­züg­lich nach ihrer Geburt in ein Regis­ter ein­zu­tra­gen und haben das Recht auf einen Namen von Geburt an, das Recht, eine Staats­an­ge­hö­rig­keit zu erwer­ben, und soweit mög­lich das Recht, ihre Eltern zu ken­nen und von ihnen betreut zu werden.

Arti­kel 19 – Unab­hän­gi­ge Lebens­füh­rung und Ein­be­zie­hung in die Gemeinschaft

Die Ver­trags­staa­ten die­ses Über­ein­kom­mens aner­ken­nen das glei­che Recht aller Men­schen mit Behin­de­run­gen, mit glei­chen Wahl­mög­lich­kei­ten wie ande­re Men­schen in der Gemein­schaft zu leben, und tref­fen wirk­sa­me und geeig­ne­te Maß­nah­men, um Men­schen mit Behin­de­run­gen den vol­len Genuss die­ses Rechts und ihre vol­le Ein­be­zie­hung in die Gemein­schaft und Teil­ha­be­an der Gemein­schaft zu erleich­tern, indem sie unter ande­rem gewähr­leis­ten, dass

  1. Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt die Mög­lich­keit haben, ihren Auf­ent­halts­ort zu wäh­len und zu ent­schei­den, wo und mit wem sie leben, und nicht ver­pflich­tet sind, in beson­de­ren Wohn­for­men zu leben;
  2. Men­schen mit Behin­de­run­gen Zugang zu einer Rei­he von gemein­de­na­hen Unter­stüt­zungs­diens­ten zu Hau­se und in Ein­rich­tun­gen sowie zu sons­ti­gen gemein­de­na­hen Unter­stüt­zungs­diens­ten haben, ein­schließ­lich der per­sön­li­chen Assis­tenz, die zur Unter­stüt­zung des Lebens in der Gemein­schaft und der Ein­be­zie­hung in die Gemein­schaft sowie zur Ver­hin­de­rung von Iso­la­ti­on und Abson­de­rung von der Gemein­schaft not­wen­dig ist;
  3. gemein­de­na­he Dienst­leis­tun­gen und Ein­rich­tun­gen für die All­ge­mein­heit Men­schen mit Behin­de­run­gen auf der Grund­la­ge der Gleich­be­rech­ti­gung zur Ver­fü­gung ste­hen und ihren Bedürf­nis­sen Rech­nung tragen.

Arti­kel 20 – Per­sön­li­che Mobilität

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen wirk­sa­me Maß­nah­men, um für Men­schen mit Behin­de­run­gen per­sön­li­che Mobi­li­tät mit größt­mög­li­cher Unab­hän­gig­keit sicher­zu­stel­len, indem sie unter anderem

  1. die per­sön­li­che Mobi­li­tät von Men­schen mit Behin­de­run­gen in der Art und Wei­se und zum Zeit­punkt ihrer Wahl und zu erschwing­li­chen Kos­ten erleichtern;
  2. den Zugang von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu hoch­wer­ti­gen Mobi­li­täts­hil­fen, Gerä­ten, unter­stüt­zen­den Tech­no­lo­gien und mensch­li­cher und tie­ri­scher Hil­fe sowie Mit­tels­per­so­nen erleich­tern, auch durch deren Bereit­stel­lung zu erschwing­li­chen Kosten;
  3. Men­schen mit Behin­de­run­gen und Fach­kräf­ten, die mit Men­schen mit Behin­de­run­gen arbei­ten, Schu­lun­gen in Mobi­li­täts­fer­tig­kei­ten anbieten;
  4. Her­stel­ler von Mobi­li­täts­hil­fen, Gerä­ten und unter­stüt­zen­den Tech­no­lo­gien ermu­ti­gen, alle Aspek­te der Mobi­li­tät für Men­schen mit Behin­de­run­gen zu berücksichtigen.

Arti­kel 21 – Recht der frei­en Mei­nungs­äu­ße­rung, Mei­nungs­frei­heit und Zugang zu Informationen

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um zu gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung und Mei­nungs­frei­heit, ein­schließ­lich der Frei­heit, Infor­ma­tio­nen und Gedan­ken­gut sich zu beschaf­fen, zu emp­fan­gen und wei­ter­zu­ge­ben, gleich­be­rech­tigt mit ande­ren und durch alle von ihnen gewähl­ten For­men der Kom­mu­ni­ka­ti­on im Sin­ne des Arti­kels 2 aus­üben kön­nen, unter ande­rem indem sie

  1. Men­schen mit Behin­de­run­gen für die All­ge­mein­heit bestimm­te Infor­ma­tio­nen recht­zei­tig und ohne zusätz­li­che Kos­ten in zugäng­li­chen For­ma­ten und Tech­no­lo­gien, die für unter­schied­li­che Arten der Behin­de­rung geeig­net sind, zur Ver­fü­gung stellen;
  2. im Umgang mit Behör­den die Ver­wen­dung von Gebär­den­spra­chen, Braille­schrift, ergän­zen­den und alter­na­ti­ven Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men und allen sons­ti­gen selbst gewähl­ten zugäng­li­chen Mit­teln, For­men und For­ma­ten der Kom­mu­ni­ka­ti­on durch Men­schen mit Behin­de­run­gen akzep­tie­ren und erleichtern;
  3. pri­va­te Rechts­trä­ger, die, ein­schließ­lich durch das Inter­net, Diens­te für die All­ge­mein­heit anbie­ten, drin­gend dazu auf­for­dern, Infor­ma­tio­nen und Dienst­leis­tun­gen in For­ma­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für Men­schen mit Behin­de­run­gen zugäng­lich und nutz­bar sind;
  4. die Mas­sen­me­di­en, ein­schließ­lich der Anbie­ter von Infor­ma­tio­nen über das Inter­net, dazu auf­for­dern, ihre Dienst­leis­tun­gen für Men­schen mit Behin­de­run­gen zugäng­lich zu gestalten;
  5. die Ver­wen­dung von Gebär­den­spra­chen aner­ken­nen und fördern.

Arti­kel 22 – Ach­tung der Privatsphäre

(1) Men­schen mit Behin­de­run­gen dür­fen unab­hän­gig von ihrem Auf­ent­halts­ort oder der Wohn­form, in der sie leben, kei­nen will­kür­li­chen oder rechts­wid­ri­gen Ein­grif­fen in ihr Pri­vat­le­ben, ihre Fami­lie, ihre Woh­nung oder ihren Schrift­ver­kehr oder ande­re Arten der Kom­mu­ni­ka­ti­on oder rechts­wid­ri­gen Beein­träch­ti­gun­gen ihrer Ehre oder ihres Rufes aus­ge­setzt wer­den. Men­schen mit Behin­de­run­gen haben Anspruch auf recht­li­chen Schutz gegen sol­che Ein­grif­fe oder Beeinträchtigungen.

(2) Die Ver­trags­staa­ten schüt­zen auf der Grund­la­ge der Gleich­be­rech­ti­gung mit ande­ren die Ver­trau­lich­keit von Infor­ma­tio­nen über die Per­son, die Gesund­heit und die Reha­bi­li­ta­ti­on von Men­schen mit Behinderungen.

Arti­kel 23 – Ach­tung der Woh­nung und der Familie

(1) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen wirk­sa­me und geeig­ne­te Maß­nah­men zur Besei­ti­gung der Dis­kri­mi­nie­rung von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf der Grund­la­ge der Gleich­be­rech­ti­gung mit ande­ren in allen Fra­gen, die Ehe, Fami­lie, Eltern­schaft und Part­ner­schaf­ten betref­fen, um zu gewähr­leis­ten, dass

  1. das Recht aller Men­schen mit Behin­de­run­gen im hei­rats­fä­hi­gen Alter, auf der Grund­la­ge des frei­en und vol­len Ein­ver­ständ­nis­ses der künf­ti­gen Ehe­gat­ten eine Ehe zu schlie­ßen und eine Fami­lie zu grün­den, aner­kannt wird;
  2. das Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf freie und ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Ent­schei­dung über die Anzahl ihrer Kin­der und die Gebur­ten­ab­stän­de sowie auf Zugang zu alters­ge­mä­ßer Infor­ma­ti­on sowie Auf­klä­rung über Fort­pflan­zung und Fami­li­en­pla­nung aner­kannt wird und ihnen die not­wen­di­gen Mit­tel zur Aus­übung die­ser Rech­te zur Ver­fü­gung gestellt werden;
  3. Men­schen mit Behin­de­run­gen, ein­schließ­lich Kin­dern, gleich­be­rech­tigt mit ande­ren ihre Frucht­bar­keit behalten.

(2) Die Ver­trags­staa­ten gewähr­leis­ten die Rech­te und Pflich­ten von Men­schen mit Behin­de­run­gen in Fra­gen der Vor­mund­schaft, Pfleg­schaft, Per­so­nen- und Ver­mö­gens­sor­ge, Adop­ti­on von Kin­dern oder ähn­li­chen Rechts­in­sti­tu­ten, soweit das inner­staat­li­che Recht sol­che kennt; in allen Fäl­len ist das Wohl des Kin­des aus­schlag­ge­bend. Die Ver­trags­staa­ten unter­stüt­zen Men­schen mit Behin­de­run­gen in ange­mes­se­ner Wei­se bei der Wahr­neh­mung ihrer elter­li­chen Verantwortung.

(3) Die Ver­trags­staa­ten gewähr­leis­ten, dass Kin­der mit Behin­de­run­gen glei­che Rech­te in Bezug auf das Fami­li­en­le­ben haben. Zur Ver­wirk­li­chung die­ser Rech­te und mit dem Ziel, das Ver­ber­gen, das Aus­set­zen, die Ver­nach­läs­si­gung und die Abson­de­rung von Kin­dern mit Behin­de­run­gen zu ver­hin­dern, ver­pflich­ten sich die Ver­trags­staa­ten, Kin­dern mit Behin­de­run­gen und ihren Fami­li­en früh­zei­tig umfas­sen­de Infor­ma­tio­nen, Diens­te und Unter­stüt­zung zur Ver­fü­gung zu stellen.

(4) Die Ver­trags­staa­ten gewähr­leis­ten, dass ein Kind nicht gegen den Wil­len sei­ner Eltern von die­sen getrennt wird, es sei denn, dass die zustän­di­gen Behör­den in einer gericht­lich nach­prüf­ba­ren Ent­schei­dung nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten und Ver­fah­ren bestim­men, dass die­se Tren­nung zum Wohl des Kin­des not­wen­dig ist. In kei­nem Fall darf das Kind auf­grund einer Behin­de­rung ent­we­der des Kin­des oder eines oder bei­der Eltern­tei­le von den Eltern getrennt werden.

(5) Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, in Fäl­len, in denen die nächs­ten Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nicht in der Lage sind, für ein Kind mit Behin­de­run­gen zu sor­gen, alle Anstren­gun­gen zu unter­neh­men, um ande­re For­men der Betreu­ung inner­halb der wei­te­ren Fami­lie und, falls dies nicht mög­lich ist, inner­halb der Gemein­schaft in einem fami­li­en­ähn­li­chen Umfeld zu gewährleisten.

Arti­kel 24 – Bildung

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf Bil­dung. Um die­ses Recht ohne Dis­kri­mi­nie­rung und auf der Grund­la­ge der Chan­cen­gleich­heit zu ver­wirk­li­chen, gewähr­leis­ten die Ver­trags­staa­ten ein inte­gra­ti­ves Bil­dungs­sys­tem auf allen Ebe­nen und lebens­lan­ges Ler­nen mit dem Ziel,

  1. die mensch­li­chen Mög­lich­kei­ten sowie das Bewusst­sein der Wür­de und das Selbst­wert­ge­fühl des Men­schen voll zur Ent­fal­tung zu brin­gen und die Ach­tung vor den Men­schen­rech­ten, den Grund­frei­hei­ten und der mensch­li­chen Viel­falt zu stärken;
  2. Men­schen mit Behin­de­run­gen ihre Per­sön­lich­keit, ihre Bega­bun­gen und ihre Krea­ti­vi­tät sowie ihre geis­ti­gen und kör­per­li­chen Fähig­kei­ten voll zur Ent­fal­tung brin­gen zu lassen;
  3. Men­schen mit Behin­de­run­gen zur wirk­li­chen Teil­ha­be an einer frei­en Gesell­schaft zu befähigen.

(2) Bei der Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts stel­len die Ver­trags­staa­ten sicher, dass

  1. Men­schen mit Behin­de­run­gen nicht auf­grund von Behin­de­rung vom all­ge­mei­nen Bil­dungs­sys­tem aus­ge­schlos­sen wer­den und dass Kin­der mit Behin­de­run­gen nicht auf­grund von Behin­de­rung vom unent­gelt­li­chen und obli­ga­to­ri­schen Grund­schul­un­ter­richt oder vom Besuch wei­ter­füh­ren­der Schu­len aus­ge­schlos­sen werden;
  2. Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren in der Gemein­schaft, in der sie leben, Zugang zu einem inte­gra­ti­ven, hoch­wer­ti­gen und unent­gelt­li­chen Unter­richt an Grund­schu­len und wei­ter­füh­ren­den Schu­len haben;
  3. ange­mes­se­ne Vor­keh­run­gen für die Bedürf­nis­se des Ein­zel­nen getrof­fen werden;
  4. Men­schen mit Behin­de­run­gen inner­halb des all­ge­mei­nen Bil­dungs­sys­tems die not­wen­di­ge Unter­stüt­zung geleis­tet wird, um ihre erfolg­rei­che Bil­dung zu erleichtern;
  5. in Über­ein­stim­mung mit dem Ziel der voll­stän­di­gen Inte­gra­ti­on wirk­sa­me indi­vi­du­ell ange­pass­te Unter­stüt­zungs­maß­nah­men in einem Umfeld, das die best­mög­li­che schu­li­sche und sozia­le Ent­wick­lung gestat­tet, ange­bo­ten werden.

(3) Die Ver­trags­staa­ten ermög­li­chen Men­schen mit Behin­de­run­gen, lebens­prak­ti­sche Fer­tig­kei­ten und sozia­le Kom­pe­ten­zen zu erwer­ben, um ihre vol­le und gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be an der Bil­dung und als Mit­glie­der der Gemein­schaft zu erleich­tern. Zu die­sem Zweck ergrei­fen die Ver­trags­staa­ten geeig­ne­te Maß­nah­men; unter anderem

  1. erleich­tern sie das Erler­nen von Braille­schrift, alte rna­ti­ver Schrift, ergän­zen­den und alter­na­ti­ven For­men, Mit­teln und For­ma­ten der Kom­mu­ni­ka­ti­on, den Erwerb von Ori­en­tie­rungs- und Mobi­li­täts­fer­tig­kei­ten sowie die Unter­stüt­zung durch ande­re Men­schen mit Behin­de­run­gen und das Mentoring;
  2. erleich­tern sie das Erler­nen der Gebär­den­spra­che und die För­de­rung der sprach­li­chen Iden­ti­tät der Gehörlosen;
  3. stel­len sie sicher, dass blin­den, gehör­lo­sen oder taub­blin­den Men­schen, ins­be­son­de­re Kin­dern, Bil­dung in den Spra­chen und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men und mit den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln, die für den Ein­zel­nen am bes­ten geeig­net sind, sowie in einem Umfeld ver­mit­telt wird, das die best­mög­li­che schu­li­sche und sozia­le Ent­wick­lung gestattet.

(4) Um zur Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts bei­zu­tra­gen, tref­fen die Ver­trags­staa­ten geeig­ne­te Maß­nah­men zur Ein­stel­lung von Lehr­kräf­ten, ein­schließ­lich sol­cher mit Behin­de­run­gen, die in Gebär­den­spra­che oder Braille­schrift aus­ge­bil­det sind, und zur Schu­lung von Fach­kräf­ten sowie Mit­ar­bei­tern und Mit­ar­bei­te­rin­nen auf allen Ebe­nen des Bil­dungs­we­sens. Die­se Schu­lung schließt die Schär­fung des Bewusst­seins für Behin­de­run­gen und die Ver­wen­dung geeig­ne­ter ergän­zen­der und alter­na­ti­ver For­men, Mit­tel und For­ma­te der Kom­mu­ni­ka­ti­on sowie päd­ago­gi­sche Ver­fah­ren und Mate­ria­li­en zur Unter­stüt­zung von Men­schen mit Behin­de­run­gen ein.

(5) Die Ver­trags­staa­ten stel­len sicher, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen ohne Dis­kri­mi­nie­rung und gleich­be­rech­tigt mit ande­ren Zugang zu all­ge­mei­ner Hoch­schul­bil­dung, Berufs­aus­bil­dung, Erwach­se­nen­bil­dung und lebens­lan­gem Ler­nen haben. Zu die­sem Zweck stel­len die Ver­trags­staa­ten sicher, dass für Men­schen mit Behin­de­run­gen ange­mes­se­ne Vor­keh­run­gen getrof­fen werden.

Arti­kel 25 – Gesundheit

Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf das erreich­ba­re Höchst­maß an Gesund­heit ohne Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung. Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um zu gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen Zugang zu geschlechts­spe­zi­fi­schen Gesund­heits­diens­ten, ein­schließ­lich gesund­heit­li­cher Reha­bi­li­ta­ti­on, haben. Insbesondere

  1. stel­len die Ver­trags­par­tei­en Men­schen mit Behin­de­run­gen eine unent­gelt­li­che oder erschwing­li­che Gesund­heits­ver­sor­gung in der­sel­ben Band­brei­te, von der­sel­ben Qua­li­tät und auf dem­sel­ben Stan­dard zur Ver­fü­gung wie ande­ren Men­schen, ein­schließ­lich sexu­al- und fort­pflan­zungs­me­di­zi­ni­scher Gesund­heits­leis­tun­gen und der Gesamt­be­völ­ke­rung zur Ver­fü­gung ste­hen­der Pro­gram­me des öffent­li­chen Gesundheitswesens;
  2. bie­ten die Ver­trags­staa­ten die Gesund­heits­leis­tun­gen an, die von Men­schen mit Behin­de­run­gen spe­zi­ell wegen ihrer Behin­de­run­gen benö­tigt wer­den, soweit ange­bracht, ein­schließ­lich Früh­erken­nung und Früh­in­ter­ven­ti­on, sowie Leis­tun­gen, durch die, auch bei Kin­dern und älte­ren Men­schen, wei­te­re Behin­de­run­gen mög­lichst gering gehal­ten oder ver­mie­den wer­den sollen;
  3. bie­ten die Ver­trags­staa­ten die­se Gesund­heits­leis­tun­gen so gemein­de­nah­wie mög­lich an, auch in länd­li­chen Gebieten;
  4. erle­gen die Ver­trags­staa­ten den Ange­hö­ri­gen der Gesund­heits­be­ru­fe die Ver­pflich­tung auf, Men­schen mit Behin­de­run­gen eine Ver­sor­gung von glei­cher Qua­li­tät wie ande­ren Men­schen ange­dei­hen zu las­sen, nament­lich auf der Grund­la­ge der frei­en Ein­wil­li­gung nach vor­he­ri­ger Auf­klä­rung, indem sie unter ande­rem durch Schu­lun­gen und den Erlass ethi­scher Nor­men für die staat­li­che und pri­va­te Gesund­heits­ver­sor­gung das Bewusst­sein für die Men­schen­rech­te, die Wür­de, die Auto­no­mie und die Bedürf­nis­se von Men­schen mit Behin­de­run­gen schärfen;
  5. ver­bie­ten die Ver­trags­staa­ten die Dis­kri­mi­nie­rung von Men­schen mit Behin­de­run­gen in der Kran­ken­ver­si­che­rung und in der Lebens­ver­si­che­rung, soweit eine sol­che Ver­si­che­rung nach inner­staat­li­chem Recht zuläs­sig ist; sol­che Ver­si­che­run­gen sind zu fai­ren und ange­mes­se­nen Bedin­gun­gen anzubieten;
  6. ver­hin­dern die Ver­trags­staa­ten die dis­kri­mi­nie­ren­de Vor­ent­hal­tung von Gesund­heits­ver­sor­gung oder ‑leis­tun­gen oder von Nah­rungs­mit­teln und Flüs­sig­kei­ten auf­grund von Behinderung.

Arti­kel 26 – Habi­li­ta­ti­on und Rehabilitation

(1) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen wirk­sa­me und geeig­ne­te Maß­nah­men, ein­schließ­lich durch die Unter­stüt­zung durch ande­re Men­schen mit Behin­de­run­gen, um Men­schen mit Behin­de­run­gen in die Lage zu ver­set­zen, ein Höchst­maß an Unab­hän­gig­keit, umfas­sen­de kör­per­li­che, geis­ti­ge, sozia­le und beruf­li­che Fähig­kei­ten sowie die vol­le Ein­be­zie­hung in alle Aspek­te des Lebens und die vol­le Teil­ha­be an allen Aspek­ten des Lebens zu errei­chen und zu bewah­ren. Zu die­sem Zweck orga­ni­sie­ren, stär­ken und erwei­tern die Ver­trags­staa­ten umfas­sen­de Habi­li­ta­ti­ons- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­diens­te und ‑pro­gram­me, ins­be­son­de­re auf dem Gebiet der Gesund­heit, der Beschäf­ti­gung, der Bil­dung und der Sozi­al­diens­te, und zwar so, dass die­se Leis­tun­gen und Programme

  1. im frü­hest­mög­li­chen Sta­di­um ein­set­zen und auf einer mul­ti­dis­zi­pli­nä­ren Bewer­tung der indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se und Stär­ken beruhen;
  2. die Ein­be­zie­hung in die Gemein­schaft und die Gesell­schaft in allen ihren Aspek­ten sowie die Teil­ha­be dar­an unter­stüt­zen, frei­wil­lig sind und Men­schen mit Behin­de­run­gen so gemein­de­nah wie mög­lich zur Ver­fü­gung ste­hen, auch in länd­li­chen Gebieten.

(2) Die Ver­trags­staa­ten för­dern die Ent­wick­lung der Aus- und Fort­bil­dung für Fach­kräf­te und Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen in Habi­li­ta­ti­ons- und Rehabilitationsdiensten.

(3) Die Ver­trags­staa­ten för­dern die Ver­füg­bar­keit, die Kennt­nis und die Ver­wen­dung unter­stüt­zen­der Gerä­te und Tech­no­lo­gien, die für Men­schen mit Behin­de­run­gen bestimmt sind, für die Zwe­cke der Habi­li­ta­ti­on und Rehabilitation.

Arti­kel 27 – Arbeit und Beschäftigung

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das glei­che Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf Arbeit; dies beinhal­tet das Recht auf die Mög­lich­keit, den Lebens­un­ter­halt durch Arbeit zu ver­die­nen, die in einem offe­nen, inte­gra­ti­ven und für Men­schen mit Behin­de­run­gen zugäng­li­chen Arbeits­markt und Arbeits­um­feld frei gewählt oder ange­nom­men wird. Die Ver­trags­staa­ten sichern und för­dern die Ver­wirk­li­chung des Rechts auf Arbeit, ein­schließ­lich für Men­schen, die wäh­rend der Beschäf­ti­gung eine Behin­de­rung erwer­ben, durch geeig­ne­te Schrit­te, ein­schließ­lich des Erlas­ses von Rechts­vor­schrif­ten, um unter anderem

  1. Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung in allen Ange­le­gen­hei­ten im Zusam­men­hang mit einer Beschäf­ti­gung gleich wel­cher Art, ein­schließ­lich der Auswahl‑, Ein­stel­lungs- und Beschäf­ti­gungs­be­din­gun­gen, der Wei­ter­be­schäf­ti­gung, des beruf­li­chen Auf­stiegs sowie siche­rer und gesun­der Arbeits­be­din­gun­gen, zu verbieten;
  2. das glei­che Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf gerech­te und güns­ti­ge Arbeits­be­din­gun­gen, ein­schließ­lich Chan­cen­gleich­heit und glei­chen Ent­gelts für gleich­wer­ti­ge Arbeit, auf siche­re und gesun­de Arbeits­be­din­gun­gen, ein­schließ­lich Schutz vor Beläs­ti­gun­gen, und auf Abhil­fe bei Miss­stän­den zu schützen;
  3. zu gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen ihre Arbeit­neh­mer- und Gewerk­schafts­rech­te gleich­be­rech­tigt mit ande­ren aus­üben können;
  4. Men­schen mit Behin­de­run­gen wirk­sa­men Zugang zu all­ge­mei­nen fach­li­chen und beruf­li­chen Bera­tungs­pro­gram­men, Stel­len­ver­mitt­lung sowie Berufs­aus­bil­dung und Wei­ter­bil­dung zu ermöglichen;
  5. für Men­schen mit Behin­de­run­gen Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten und beruf­li­chen Auf­stieg auf dem Arbeits­markt sowie die Unter­stüt­zung bei der Arbeits­su­che, beim Erhalt und der Bei­be­hal­tung eines Arbeits­plat­zes und beim beruf­li­chen Wie­der­ein­stieg zu fördern;
  6. Mög­lich­kei­ten für Selb­stän­dig­keit, Unter­neh­mer­tum, die Bil­dung von Genos­sen­schaf­ten und die Grün­dung eines eige­nen Geschäfts zu fördern;
  7. Men­schen mit Behin­de­run­gen im öffent­li­chen Sek­tor zu beschäftigen;
  8. die Beschäf­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen im pri­va­ten Sek­tor durch geeig­ne­te Stra­te­gien und Maß­nah­men zu för­dern, wozu auch Pro­gram­me für posi­ti­ve Maß­nah­men, Anrei­ze und ande­re Maß­nah­men gehö­ren können;
  9. sicher­zu­stel­len, dass am Arbeits­platz ange­mes­se­ne Vor­keh­run­gen für Men­schen mit Behin­de­run­gen getrof­fen werden;
  10. das Sam­meln von Arbeits­er­fah­rung auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt durch Men­schen mit Behin­de­run­gen zu fördern;
  11. Pro­gram­me für die beruf­li­che Reha­bi­li­ta­ti­on, den Erhalt des Arbeits­plat­zes und den beruf­li­chen Wie­der­ein­stieg von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu fördern.

(2) Die Ver­trags­staa­ten stel­len sicher, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen nicht in Skla­ve­rei oder Leib­ei­gen­schaft gehal­ten wer­den und dass sie gleich­be­rech­tigt mit ande­ren vor Zwangs- oder Pflicht­ar­beit geschützt werden.

Arti­kel 28 – Ange­mes­se­ner Lebens­stan­dard und sozia­ler Schutz

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf einen ange­mes­se­nen Lebens­stan­dard für sich selbst und ihre Fami­li­en, ein­schließ­lich ange­mes­se­ner Ernäh­rung, Beklei­dung und Woh­nung, sowie auf eine ste­ti­ge Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen und unter­neh­men geeig­ne­te Schrit­te zum Schutz und zur För­de­rung der Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts ohne Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behinderung.

(2) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen auf sozia­len Schutz und den Genuss die­ses Rechts ohne Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung und unter­neh­men geeig­ne­te Schrit­te zum Schutz und zur För­de­rung der Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts, ein­schließ­lich Maß­nah­men, um

  1. Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tig­ten Zugang zur Ver­sor­gung mit sau­be­rem Was­ser und den Zugang zu geeig­ne­ten und erschwing­li­chen Dienst­leis­tun­gen, Gerä­ten und ande­ren Hil­fen für Bedürf­nis­se im Zusam­men­hang mit ihrer Behin­de­rung zu sichern;
  2. Men­schen mit Behin­de­run­gen, ins­be­son­de­re Frau­en und Mäd­chen sowie älte­ren Men­schen mit Behin­de­run­gen, den Zugang zu Pro­gram­men für sozia­len Schutz und Pro­gram­men zur Armuts­be­kämp­fung zu sichern;
  3. in Armut leben­den Men­schen mit Behin­de­run­gen und ihren Fami­li­en den Zugang zu staat­li­cher Hil­fe bei behin­de­rungs­be­ding­ten Auf­wen­dun­gen, ein­schließ­lich aus­rei­chen­der Schu­lung, Bera­tung, finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung sowie Kurz­zeit­be­treu­ung, zu sichern;
  4. Men­schen mit Behin­de­run­gen den Zugang zu Pro­gram­men des sozia­len Woh­nungs­baus zu sichern;
  5. Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tig­ten Zugang zu Leis­tun­gen und Pro­gram­men der Alters­ver­sor­gung zu sichern.

Arti­kel 29 – Teil­ha­be am poli­ti­schen und öffent­li­chen Leben

Die Ver­trags­staa­ten garan­tie­ren Men­schen mit Behin­de­run­gen die poli­ti­schen Rech­te sowie die Mög­lich­keit, die­se gleich­be­rech­tigt mit ande­ren zu genie­ßen, und ver­pflich­ten sich,

  1. sicher­zu­stel­len, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren wirk­sam und umfas­send am poli­ti­schen und öffent­li­chen Leben teil­ha­ben kön­nen, sei es unmit­tel­bar oder durch frei gewähl­te Ver­tre­ter oder Ver­tre­te­rin­nen, was auch das Recht und die Mög­lich­keit ein­schließt, zu wäh­len und gewählt zu wer­den; unter anderem 
    1. stel­len sie sicher, dass die Wahl­ver­fah­ren, ‑ein­rich­tun­gen und ‑mate­ria­li­en geeig­net, zugäng­lich und leicht zu ver­ste­hen und zu hand­ha­ben sind;
    2. schüt­zen sie das Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen, bei Wah­len und Volks­ab­stim­mun­gen in gehei­mer Abstim­mung ohne Ein­schüch­te­rung ihre Stim­me abzu­ge­ben, bei Wah­len zu kan­di­die­ren, ein Amt wirk­sam inne­zu­ha­ben und alle öffent­li­chen Auf­ga­ben auf allen Ebe­nen staat­li­cher Tätig­keit wahr­zu­neh­men, indem sie gege­be­nen­falls die Nut­zung unter­stüt­zen­der und neu­er Tech­no­lo­gien erleichtern;
    3. garan­tie­ren sie die freie Wil­lens­äu­ße­rung von Men­schen mit Behin­de­run­gen als Wäh­ler und Wäh­le­rin­nen und erlau­ben zu die­sem Zweck im Bedarfs­fall auf Wunsch, dass sie sich bei der Stimm­ab­ga­be durch eine Per­son ihrer Wahl unter­stüt­zen lassen;
  2. aktiv ein Umfeld zu för­dern, in dem Men­schen mit Behin­de­run­gen ohne Dis­kri­mi­nie­rung und gleich­be­rech­tigt mit ande­ren wirk­sam und umfas­send an der Gestal­tung der öffent­li­chen Ange­le­gen­hei­ten mit­wir­ken kön­nen, und ihre Mit­wir­kung an den öffent­li­chen Ange­le­gen­hei­ten zu begüns­ti­gen, unter anderem 
    1. die Mit­ar­beit in nicht­staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­ei­ni­gun­gen, die sich mit dem öffent­li­chen und poli­ti­schen Leben ihres Lan­des befas­sen, und an den Tätig­kei­ten und der Ver­wal­tung poli­ti­scher Parteien;
    2. die Bil­dung von Orga­ni­sa­tio­nen von Men­schen mit Behin­de­run­gen, die sie auf inter­na­tio­na­ler, natio­na­ler, regio­na­ler und loka­ler Ebe­ne ver­tre­ten, und den Bei­tritt zu sol­chen Organisationen.

Arti­kel 30 – Teil­ha­be am kul­tu­rel­len Leben sowie an Erho­lung, Frei­zeit und Sport

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen das Recht von Men­schen mit Behin­de­run­gen, gleich­be­rech­tigt mit ande­ren am kul­tu­rel­len Leben teil­zu­neh­men, und tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass Men­schen mit Behinderungen

  1. Zugang zu kul­tu­rel­lem Mate­ri­al in zugäng­li­chen For­ma­ten haben;
  2. Zugang zu Fern­seh­pro­gram­men, Fil­men, Thea­ter­vor­stel­lun­gen und ande­ren kul­tu­rel­len Akti­vi­tä­ten in zugäng­li­chen For­ma­ten haben;
  3. Zugang zu Orten kul­tu­rel­ler Dar­bie­tun­gen oder Dienst­leis­tun­gen, wie Thea­tern, Muse­en, Kinos, Biblio­the­ken und Tou­ris­mus­diens­ten, sowie, so weit wie mög­lich, zu Denk­mä­lern und Stät­ten von natio­na­ler kul­tu­rel­ler Bedeu­tung haben.

(2) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, um Men­schen mit Behin­de­run­gen die Mög­lich­keit zu geben, ihr krea­ti­ves, künst­le­ri­sches und intel­lek­tu­el­les Poten­zi­al zu ent­fal­ten und zu nut­zen, nicht nur für sich selbst, son­dern auch zur Berei­che­rung der Gesellschaft.

(3) Die Ver­trags­staa­ten unter­neh­men alle geeig­ne­ten Schrit­te im Ein­klang mit dem Völ­ker­recht, um sicher­zu­stel­len, dass Geset­ze zum Schutz von Rech­ten des geis­ti­gen Eigen­tums kei­ne unge­recht­fer­tig­te oder dis­kri­mi­nie­ren­de Bar­rie­re für den Zugang von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu kul­tu­rel­lem Mate­ri­al darstellen.

(4) Men­schen mit Behin­de­run­gen haben gleich­be­rech­tigt mit ande­ren Anspruch auf Aner­ken­nung und Unter­stüt­zung ihrer spe­zi­fi­schen kul­tu­rel­len und sprach­li­chen Iden­ti­tät, ein­schließ­lich der Gebär­den­spra­chen und der Gehörlosenkultur.

(5) Mit dem Ziel, Men­schen mit Behin­de­run­gen die gleich­be­rech­tig­te Teil­nah­me an Erholungs‑, Frei­zeit- und Sport­ak­ti­vi­tä­ten zu ermög­li­chen, tref­fen die Ver­trags­staa­ten geeig­ne­te Maßnahmen,

  1. um Men­schen mit Behin­de­run­gen zu ermu­ti­gen, so umfas­send wie mög­lich an brei­ten­sport­li­chen Akti­vi­tä­ten auf allen Ebe­nen teil­zu­neh­men, und ihre Teil­nah­me zu fördern;
  2. um sicher­zu­stel­len, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen die Mög­lich­keit haben, behin­de­rungs­spe­zi­fi­sche Sport- und Erho­lungs­ak­ti­vi­tä­ten zu orga­ni­sie­ren, zu ent­wi­ckeln und an sol­chen teil­zu­neh­men, und zu die­sem Zweck die Bereit­stel­lung eines geeig­ne­ten Ange­bots an Anlei­tung, Trai­ning und Res­sour­cen auf der Grund­la­ge der Gleich­be­rech­ti­gung mit ande­ren zu fördern;
  3. um sicher­zu­stel­len, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen Zugang zu Sport‑, Erho­lungs- und Tou­ris­mus­stät­ten haben;
  4. um sicher­zu­stel­len, dass Kin­der mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren Kin­dern an Spiel‑, Erholungs‑, Frei­zeit- und Sport­ak­ti­vi­tä­ten teil­neh­men kön­nen, ein­schließ­lich im schu­li­schen Bereich;
  5. um sicher­zu­stel­len, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen Zugang zu Dienst­leis­tun­gen der Orga­ni­sa­to­ren von Erholungs‑, Tourismus‑, Frei­zeit- und Sport­ak­ti­vi­tä­ten haben.

Arti­kel 31 – Sta­tis­tik und Datensammlung

(1) Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich
zur Samm­lung geeig­ne­ter Infor­ma­tio­nen, ein­schließ­lich sta­tis­ti­scher Anga­ben und For­schungs­da­ten, die ihnen ermög­li­chen, poli­ti­sche Kon­zep­te zur Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens aus­zu­ar­bei­ten und umzu­set­zen. Das Ver­fah­ren zur Samm­lung und Auf­be­wah­rung die­ser Infor­ma­tio­nen muss

  1. mit den gesetz­li­chen Schutz­vor­schrif­ten, ein­schließ­lich der Rechts­vor­schrif­ten über den Daten­schutz, zur Siche­rung der Ver­trau­lich­keit und der Ach­tung der Pri­vat­sphä­re von Men­schen mit Behin­de­run­gen im Ein­klang stehen;
  2. mit den inter­na­tio­nal aner­kann­ten Nor­men zum Schutz der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten und den ethi­schen Grund­sät­zen für die Samm­lung und Nut­zung sta­tis­ti­scher Daten im Ein­klang stehen.

(2) Die im Ein­klang mit die­sem Arti­kel gesam­mel­ten Infor­ma­tio­nen wer­den, soweit ange­bracht, auf­ge­schlüs­selt und dazu ver­wen­det, die Umset­zung der Ver­pflich­tun­gen aus die­sem Über­ein­kom­men durch die Ver­trags­staa­ten zu beur­tei­len und die Hin­der­nis­se, denen sich Men­schen mit Behin­de­run­gen bei der Aus­übung ihrer Rech­te gegen­über­se­hen, zu ermit­teln und anzugehen.

(3) Die Ver­trags­staa­ten über­neh­men die Ver­ant­wor­tung für die Ver­brei­tung die­ser Sta­tis­ti­ken und sor­gen dafür, dass sie für Men­schen mit Behin­de­run­gen und ande­re zugäng­lich sind.

Arti­kel 32 – Inter­na­tio­na­le Zusammenarbeit

(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen die Bedeu­tung der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit und deren För­de­rung zur Unter­stüt­zung der ein­zel­staat­li­chen Anstren­gun­gen für die Ver­wirk­li­chung des Zwecks und der Zie­le die­ses Über­ein­kom­mens und tref­fen dies­be­züg­lich geeig­ne­te und wirk­sa­me Maß­nah­men, zwi­schen­staat­lich sowie, soweit ange­bracht, in Part­ner­schaft mit den ein­schlä­gi­gen inter­na­tio­na­len und regio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen und der Zivil­ge­sell­schaft, ins­be­son­de­re Orga­ni­sa­tio­nen von Men­schen mit Behin­de­run­gen. Unter ande­rem kön­nen sie Maß­nah­men ergrei­fen, um

  1. sicher­zu­stel­len, dass die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit, ein­schließ­lich inter­na­tio­na­ler Ent­wick­lungs­pro­gram­me, Men­schen mit Behin­de­run­gen ein­be­zieht und für sie zugäng­lich ist;
  2. den Auf­bau von Kapa­zi­tä­ten zu erleich­tern und zu unter­stüt­zen, unter ande­rem durch den Aus­tausch und die Wei­ter­ga­be von Infor­ma­tio­nen, Erfah­run­gen, Aus­bil­dungs­pro­gram­men und vor­bild­li­chen Praktiken;
  3. die For­schungs­zu­sam­men­ar­beit und den Zugang zu wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Kennt­nis­sen zu erleichtern;
  4. soweit ange­bracht, tech­ni­sche und wirt­schaft­li­che Hil­fe zu leis­ten, unter ande­rem durch Erleich­te­rung des Zugangs zu zugäng­li­chen und unter­stüt­zen­den Tech­no­lo­gien und ihres Aus­tauschs sowie durch Wei­ter­ga­be von Technologien.

(2) Die­ser Arti­kel berührt nicht die Pflicht jedes Ver­trags­staats, sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus die­sem Über­ein­kom­men zu erfüllen.

Arti­kel 33 – Inner­staat­li­che Durch­füh­rung und Überwachung

(1) Die Ver­trags­staa­ten bestim­men nach Maß­ga­be ihrer staat­li­chen Orga­ni­sa­ti­on eine oder meh­re­re staat­li­che Anlauf­stel­len für Ange­le­gen­hei­ten im Zusam­men­hang mit der Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens und prü­fen sorg­fäl­tig die Schaf­fung oder Bestim­mung eines staat­li­chen Koor­di­nie­rungs­me­cha­nis­mus, der die Durch­füh­rung der ent­spre­chen­den Maß­nah­men in ver­schie­de­nen Berei­chen und auf ver­schie­de­nen Ebe­nen erleich­tern soll.

(2) Die Ver­trags­staa­ten unter­hal­ten, stär­ken, bestim­men oder schaf­fen nach Maß­ga­be ihres Rechts- und Ver­wal­tungs­sys­tems auf ein­zel­staat­li­cher Ebe­ne für die För­de­rung, den Schutz und die Über­wa­chung der Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens eine Struk­tur, die, je nach­dem, was ange­bracht ist, einen oder meh­re­re unab­hän­gi­ge Mecha­nis­men ein­schließt. Bei der Bestim­mung oder Schaf­fung eines sol­chen Mecha­nis­mus berück­sich­ti­gen die Ver­trags­staa­ten die Grund­sät­ze betref­fend die Rechts­stel­lung und die Arbeits­wei­se der ein­zel­staat­li­chen Insti­tu­tio­nen zum Schutz und zur För­de­rung der Menschenrechte.

(3) Die Zivil­ge­sell­schaft, ins­be­son­de­re Men­schen mit Behin­de­run­gen und die sie ver­tre­ten­den Orga­ni­sa­tio­nen, wird in den Über­wa­chungs­pro­zess ein­be­zo­gen und nimmt in vol­lem Umfang dar­an teil.

Arti­kel 34 – Aus­schuss für die Rech­te von Men­schen mit Behinderungen

(1) Es wird ein Aus­schuss für die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen (im Fol­gen­den als „Aus­schuss“ bezeich­net) ein­ge­setzt, der die nach­ste­hend fest­ge­leg­ten Auf­ga­ben wahrnimmt.

(2) Der Aus­schuss besteht zum Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens die­ses Über­ein­kom­mens aus zwölf Sach­ver­stän­di­gen. Nach sech­zig wei­te­ren Rati­fi­ka­tio­nen oder Bei­trit­ten zu dem Über­ein­kom­men erhöht sich die Zahl der Aus­schuss­mit­glie­der um sechs auf die Höchst­zahl von achtzehn.

(3) Die Aus­schuss­mit­glie­der sind in per­sön­li­cher Eigen­schaft tätig und müs­sen Per­sön­lich­kei­ten von hohem sitt­li­chen Anse­hen und aner­kann­ter Sach­kennt­nis und Erfah­rung auf dem von die­sem Über­ein­kom­men erfass­ten Gebiet sein. Die Ver­trags­staa­ten sind auf­ge­for­dert, bei der Benen­nung ihrer Kan­di­da­ten oder Kan­di­da­tin­nen Arti­kel 4 Absatz 3 gebüh­rend zu berücksichtigen.

(4) Die Aus­schuss­mit­glie­der wer­den von den Ver­trags­staa­ten gewählt, wobei auf eine gerech­te geo­gra­fi­sche Ver­tei­lung, die Ver­tre­tung der ver­schie­de­nen Kul­tur­krei­se und der haupt­säch­li­chen Rechts­sys­te­me, die aus­ge­wo­ge­ne Ver­tre­tung der Geschlech­ter und die Betei­li­gung von Sach­ver­stän­di­gen mit Behin­de­run­gen zu ach­ten ist.

(5) Die Aus­schuss­mit­glie­der wer­den auf Sit­zun­gen der Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten in gehei­mer Wahl aus einer Lis­te von Per­so­nen gewählt, die von den Ver­trags­staa­ten aus dem Kreis ihrer Staats­an­ge­hö­ri­gen benannt wor­den sind. Auf die­sen Sit­zun­gen, die beschluss­fä­hig sind, wenn zwei Drit­tel der Ver­trags­staa­ten ver­tre­ten sind, gel­ten die­je­ni­gen Kan­di­da­ten oder Kan­di­da­tin­nen als in den Aus­schuss gewählt, wel­che die höchs­te Stim­men­zahl und die abso­lu­te Stim­men­mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Ver­tre­ter bezie­hungs­wei­se Ver­tre­te­rin­nen der Ver­trags­staa­ten auf sich vereinigen.

(6) Die ers­te Wahl fin­det spä­tes­tens sechs Mona­te nach Inkraft­tre­ten die­ses Über­ein­kom­mens statt. Spä­tes­tens vier Mona­te vor jeder Wahl for­dert der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen die Ver­trags­staa­ten schrift­lich auf, inner­halb von zwei Mona­ten ihre Benen­nun­gen ein­zu­rei­chen. Der Gene­ral­se­kre­tär fer­tigt sodann eine alpha­be­ti­sche Lis­te aller auf die­se Wei­se benann­ten Per­so­nen an, unter Anga­be der Ver­trags­staa­ten, die sie benannt haben, und über­mit­telt sie den Vertragsstaaten.

(7) Die Aus­schuss­mit­glie­der wer­den für vier Jah­re gewählt. Ihre ein­ma­li­ge Wie­der­wahl ist zuläs­sig. Die Amts­zeit von sechs der bei der ers­ten Wahl gewähl­ten Mit­glie­der läuft jedoch nach zwei Jah­ren ab; unmit­tel­bar nach der ers­ten Wahl wer­den die Namen die­ser sechs Mit­glie­der von dem oder der Vor­sit­zen­den der in Absatz 5
genann­ten Sit­zung durch das Los bestimmt.

(8) Die Wahl der sechs zusätz­li­chen Aus­schuss­mit­glie­der fin­det bei den ordent­li­chen Wah­len im Ein­klang mit den ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen die­ses Arti­kels statt.

(9) Wenn ein Aus­schuss mit­glied stirbt oder zurück­tritt oder erklärt, dass es aus ande­ren Grün­den sei­ne Auf­ga­ben nicht mehr wahr­neh­men kann, ernennt der Ver­trags­staat, der das Mit­glied benannt hat, für die ver­blei­ben­de Amts­zeit eine ande­re sach­ver­stän­di­ge Per­son, die über die Befä­hi­gun­gen ver­fügt und die Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, die in den ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen die­ses Arti­kels beschrie­ben sind.

(10) Der Aus­schuss gibt sich eine Geschäftsordnung.

(11) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen stellt dem Aus­schuss das Per­so­nal und die Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung, die die­ser zur wirk­sa­men Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben nach die­sem Über­ein­kom­men benö­ti­gen, und beruft sei­ne ers­te Sit­zung ein.

(12) Die Mit­glie­der des nach die­sem Über­ein­kom­men ein­ge­setz­ten Aus­schus­ses erhal­ten mit Zustim­mung der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen Bezü­ge aus Mit­teln der Ver­ein­ten Natio­nen zu den von der Gene­ral­ver­samm­lung unter Berück­sich­ti­gung der Bedeu­tung der Auf­ga­ben des Aus­schus­ses zu beschlie­ßen­den Bedingungen.

(13) Die Aus­schuss­mit­glie­der haben Anspruch auf die Erleich­te­run­gen, Vor­rech­te und Immu­ni­tä­ten der Sach­ver­stän­di­gen im Auf­trag der Ver­ein­ten Natio­nen, die in den ein­schlä­gi­gen Abschnit­ten des Über­ein­kom­mens über die Vor­rech­te und Immu­ni­tä­ten der Ver­ein­ten Natio­nen vor­ge­se­hen sind.

Arti­kel 35 – Berich­te der Vertragsstaaten

(1) Jeder Ver­trags­staat legt dem Aus­schuss über den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen inner­halb von zwei Jah­ren nach Inkraft­tre­ten die­ses Über­ein­kom­mens für den betref­fen­den Ver­trags­staat einen umfas­sen­den Bericht über die Maß­nah­men, die er zur Erfül­lung sei­ner Ver­pflich­tun­gen aus dem Über­ein­kom­men getrof­fen hat, und über die dabei erziel­ten Fort­schrit­te vor.

(2) Danach legen die Ver­trags­staa­ten min­des­tens alle vier Jah­re und dar­über hin­aus jeweils auf Anfor­de­rung des Aus­schus­ses Fol­ge­be­rich­te vor.

(3) Der Aus­schuss beschließt gege­be­nen­falls Leit­li­ni­en für den Inhalt der Berichte.

(4) Ein Ver­trags­staat, der dem Aus­schuss einen ers­ten umfas­sen­den Bericht vor­ge­legt hat, braucht in sei­nen Fol­ge­be­rich­ten die frü­her mit­ge­teil­ten Anga­ben nicht zu wie­der­ho­len. Die Ver­trags­staa­ten sind gebe­ten, ihre Berich­te an den Aus­schuss in einem offe­nen und trans­pa­ren­ten Ver­fah­ren zu erstel­len und dabei Arti­kel 4 Absatz 3 gebüh­rend zu berücksichtigen.

(5) In den Berich­ten kann auf Fak­to­ren und Schwie­rig­kei­ten hin­ge­wie­sen wer­den, die das Aus­maß der Erfül­lung der Ver­pflich­tun­gen aus die­sem Über­ein­kom­men beeinflussen.

Arti­kel 36 – Prü­fung der Berichte

(1) Der Aus­schuss prüft jeden Bericht; er kann ihn mit den ihm geeig­net erschei­nen­den Vor­schlä­gen und all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen ver­se­hen und lei­tet die­se dem betref­fen­den Ver­trags­staat zu. Die­ser kann dem Aus­schuss hier­auf jede Infor­ma­ti­on über­mit­teln, die er zu geben wünscht. Der Aus­schuss kann die Ver­trags­staa­ten um wei­te­re Anga­ben über die Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens ersuchen.

(2) Liegt ein Ver­trags­staat mit der Vor­la­ge eines Berichts in erheb­li­chem Rück­stand, so kann der Aus­schuss dem betref­fen­den Ver­trags­staat noti­fi­zie­ren, dass die Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens im betref­fen­den Ver­trags­staat auf der Grund­la­ge der dem Aus­schuss zur Ver­fü­gung ste­hen­den zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen geprüft wer­den muss, falls der Bericht nicht inner­halb von drei Mona­ten nach die­ser Noti­fi­ka­ti­on vor­ge­legt wird. Der Aus­schuss for­dert den betref­fen­den Ver­trags­staat auf, bei die­ser Prü­fung mit­zu­wir­ken. Falls der Ver­trags­staat dar­auf­hin den Bericht vor­legt, fin­det Absatz 1 Anwendung.

(3) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen stellt die Berich­te allen Ver­trags­staa­ten zur Verfügung.

(4) Die Ver­trags­staa­ten sor­gen für eine wei­te Ver­brei­tung ihrer Berich­te im eige­nen Land und erleich­tern den Zugang zu den Vor­schlä­gen und all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen zu die­sen Berichten.

(5) Der Aus­schuss über­mit­telt, wenn er dies für ange­bracht hält, den Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, Fonds und Pro­gram­men der Ver­ein­ten Natio­nen und ande­ren zustän­di­gen Stel­len Berich­te der Ver­trags­staa­ten, damit ein dar­in ent­hal­te­nes Ersu­chen um fach­li­che Bera­tung oder Unter­stüt­zung oder ein dar­in ent­hal­te­ner Hin­weis, dass ein dies­be­züg­li­ches Bedürf­nis besteht, auf­ge­grif­fen wer­den kann; etwai­ge Bemer­kun­gen und Emp­feh­lun­gen des Aus­schus­ses zu die­sen Ersu­chen oder Hin­wei­sen wer­den beigefügt.

Arti­kel 37 – Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Ver­trags­staa­ten und dem Ausschuss

(1) Jeder Ver­trags­staat arbei­tet mit dem Aus­schuss zusam­men und ist sei­nen Mit­glie­dern bei der Erfül­lung ihres Man­dats behilflich.

(2) In sei­nen Bezie­hun­gen zu den Ver­trags­staa­ten prüft der Aus­schuss gebüh­rend Mög­lich­kei­ten zur Stär­kung der ein­zel­staat­li­chen Fähig­kei­ten zur Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens, ein­schließ­lich durch inter­na­tio­na­le Zusammenarbeit.

Arti­kel 38 – Bezie­hun­gen des Aus­schus­ses zu ande­ren Organen

Um die wirk­sa­me Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens und die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit auf dem von dem Über­ein­kom­men erfass­ten Gebiet zu fördern,

  1. haben die Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen und ande­re Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen das Recht, bei der Erör­te­rung der Durch­füh­rung der­je­ni­gen Bestim­mun­gen des Über­ein­kom­mens, die in ihren Auf­ga­ben­be­reich fal­len, ver­tre­ten zu sein. Der Aus­schuss kann, wenn er dies für ange­bracht hält, Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen und ande­re zustän­di­ge Stel­len ein­la­den, sach­kun­di­ge Stel­lung­nah­men zur Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens auf Gebie­ten abzu­ge­ben, die in ihren jewei­li­gen Auf­ga­ben­be­reich fal­len. Der Aus­schuss kann Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen und ande­re Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen ein­la­den, ihm Berich­te über die Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens auf den Gebie­ten vor­zu­le­gen, die in ihren Tätig­keits­be­reich fallen;
  2. kon­sul­tiert der Aus­schuss bei der Wahr­neh­mung sei­nes Man­dats, soweit ange­bracht, ande­re ein­schlä­gi­ge Orga­ne, die durch inter­na­tio­na­le Men­schen­rechts­ver­trä­ge geschaf­fen wur­den, mit dem Ziel, die Kohä­renz ihrer jewei­li­gen Bericht­erstat­tungs­leit­li­ni­en, Vor­schlä­ge und all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen zu gewähr­leis­ten sowie Dop­pe­lun­gen und Über­schnei­dun­gen bei der Durch­füh­rung ihrer Auf­ga­ben zu vermeiden.

Arti­kel 39 – Bericht des Ausschusses

Der Aus­schuss berich­tet der Gene­ral­ver­samm­lung und dem Wirt­schafts- und Sozi­al­rat alle zwei Jah­re über sei­ne Tätig­keit und kann auf­grund der Prü­fung der von den Ver­trags­staa­ten ein­ge­gan­ge­nen Berich­te und Aus­künf­te Vor­schlä­ge machen und all­ge­mei­ne Emp­feh­lun­gen abge­ben. Die­se wer­den zusam­men mit etwai­gen Stel­lung­nah­men der Ver­trags­staa­ten in den Aus­schuss­be­richt aufgenommen.

Arti­kel 40 – Kon­fe­renz der Vertragsstaaten

(1) Die Ver­trags­staa­ten tre­ten regel­mä­ßig in einer Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten zusam­men, um jede Ange­le­gen­heit im Zusam­men­hang mit der Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens zu behandeln.

(2) Die Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten wird vom Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen spä­tes­tens sechs Mona­te nach Inkraft­tre­ten die­ses Über­ein­kom­mens ein­be­ru­fen. Die fol­gen­den Tref­fen wer­den vom Gene­ral­se­kre­tär alle zwei Jah­re oder auf Beschluss der Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten einberufen.

Arti­kel 41 – Verwahrer

Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen ist Ver­wah­rer die­ses Übereinkommens.

Arti­kel 42 – Unterzeichnung

Die­ses Über­ein­kom­men liegt für alle Staa­ten und für Orga­ni­sa­tio­nen der regio­na­len Inte­gra­ti­on ab dem 30. März 2007 am Sitz der Ver­ein­ten Natio­nen in New York zur Unter­zeich­nung auf.

Arti­kel 43 – Zustim­mung, gebun­den zu sein

Die­ses Über­ein­kom­men bedarf der Rati­fi­ka­ti­on durch die Unter­zeich­ner­staa­ten und der förm­li­chen Bestä­ti­gung durch die unter­zeich­nen­den Orga­ni­sa­tio­nen der regio­na­len Inte­gra­ti­on. Es steht allen Staa­ten oder Orga­ni­sa­tio­nen der regio­na­len Inte­gra­ti­on, die das Über­ein­kom­men nicht unter­zeich­net haben, zum Bei­tritt offen.

Arti­kel 44 – Orga­ni­sa­tio­nen der regio­na­len Integration

(1) Der Aus­druck „Orga­ni­sa­ti­on der regio­na­len Inte­gra­ti­on“ bezeich­net eine von sou­ve­rä­nen Staa­ten einer bestimm­ten Regi­on gebil­de­te Orga­ni­sa­ti­on, der ihre Mit­glied­staa­ten die Zustän­dig­keit für von die­sem Über­ein­kom­men erfass­te Ange­le­gen­hei­ten über­tra­gen haben. In ihren Urkun­den der förm­li­chen Bestä­ti­gung oder Bei­tritts­ur­kun­den erklä­ren die­se Orga­ni­sa­tio­nen den Umfang ihrer Zustän­dig­kei­ten in Bezug auf die durch die­ses Über­ein­kom­men erfass­ten Ange­le­gen­hei­ten. Danach tei­len sie dem Ver­wah­rer jede erheb­li­che Ände­rung des Umfangs ihrer Zustän­dig­kei­ten mit.

(2) Bezug­nah­men auf „Ver­trags­staa­ten“ in die­sem Über­ein­kom­men fin­den auf sol­che Orga­ni­sa­tio­nen im Rah­men ihrer Zustän­dig­keit Anwendung.

(3) Für die Zwe­cke des Arti­kels 45 Absatz 1 und des Arti­kels 47 Absät­ze 2 und 3 wird eine von einer Orga­ni­sa­ti­on der regio­na­len Inte­gra­ti­on hin­ter­leg­te Urkun­de nicht mitgezählt.

(4) Orga­ni­sa­tio­nen der regio­na­len Inte­gra­ti­on kön­nen in Ange­le­gen­hei­ten ihrer Zustän­dig­keit ihr Stimm­recht in der Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten mit der Anzahl von Stim­men aus­üben, die der Anzahl ihrer Mit­glied­staa­ten ent­spricht, die Ver­trags­par­tei­en die­ses Über­ein­kom­mens sind. Die­se Orga­ni­sa­tio­nen üben ihr Stimm­recht nicht aus, wenn einer ihrer Mit­glied­staa­ten sein Stimm­recht aus­übt, und umgekehrt.

Arti­kel 45 – Inkrafttreten

(1) Die­ses Über­ein­kom­men tritt am drei­ßigs­ten Tag nach Hin­ter­le­gung der zwan­zigs­ten Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de in Kraft.

(2) Für jeden Staat und jede Orga­ni­sa­ti­on der regio­na­len Inte­gra­ti­on, der bezie­hungs­wei­se die die­ses Über­ein­kom­men nach Hin­ter­le­gung der zwan­zigs­ten ent­spre­chen­den Urkun­de rati­fi­ziert, förm­lich bestä­tigt oder ihm bei­tritt, tritt das Über­ein­kom­men am drei­ßigs­ten Tag nach Hin­ter­le­gung der eige­nen Urkun­de in Kraft.

Arti­kel 46 – Vorbehalte

(1) Vor­be­hal­te, die mit Ziel und Zweck die­ses Über­ein­kom­mens unver­ein­bar sind, sind nicht zulässig.

(2) Vor­be­hal­te kön­nen jeder­zeit zurück­ge­nom­men werden.

Arti­kel 47 – Änderungen

(1) Jeder Ver­trags­staat kann eine Ände­rung die­ses Über­ein­kom­mens vor­schla­gen und beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen ein­rei­chen. Der Gene­ral­se­kre­tär über­mit­telt jeden Ände­rungs­vor­schlag den Ver­trags­staa­ten mit der Auf­for­de­rung, ihm zu noti­fi­zie­ren, ob sie eine Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten zur Bera­tung und Ent­schei­dung über den Vor­schlag befür­wor­ten. Befür­wor­tet inner­halb von vier Mona­ten nach dem Datum der Über­mitt­lung wenigs­tens ein Drit­tel der Ver­trags­staa­ten eine sol­che Kon­fe­renz, so beruft der Gene­ral­se­kre­tär die Kon­fe­renz unter der Schirm­herr­schaft der Ver­ein­ten Natio­nen ein. Jede Ände­rung, die von einer Mehr­heit von zwei Drit­teln der anwe­sen­den und abstim­men­den Ver­trags­staa­ten beschlos­sen wird, wird vom Gene­ral­se­kre­tär der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen zur Geneh­mi­gung und danach allen Ver­trags­staa­ten zur Annah­me vorgelegt.

(2) Eine nach Absatz 1 beschlos­se­ne und geneh­mig­te Ände­rung tritt am drei­ßigs­ten Tag nach dem Zeit­punkt in Kraft, zu dem die Anzahl der hin­ter­leg­ten Annah­meur­kun­den zwei Drit­tel der Anzahl der Ver­trags­staa­ten zum Zeit­punkt der Beschluss­fas­sung über die Ände­rung erreicht. Danach tritt die Ände­rung für jeden Ver­trags­staat am drei­ßigs­ten Tag nach Hin­ter­le­gung sei­ner eige­nen Annah­meur­kun­de in Kraft. Eine Ände­rung ist nur für die Ver­trags­staa­ten, die sie ange­nom­men haben, verbindlich.

(3) Wenn die Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten dies im Kon­sens beschließt, tritt eine nach Absatz 1 beschlos­se­ne und geneh­mig­te Ände­rung, die aus­schließ­lich die Arti­kel 34, 38, 39 und 40 betrifft, für alle Ver­trags­staa­ten am drei­ßigs­ten Tag nach dem Zeit­punkt in Kraft, zu dem die Anzahl der hin­ter­leg­ten Annah­meur­kun­den zwei Drit­tel der Anzahl der Ver­trags­staa­ten zum Zeit­punkt der Beschluss­fas­sung über die Ände­rung erreicht.

Arti­kel 48 – Kündigung

Ein Ver­trags­staat kann die­ses Über­ein­kom­men durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen gerich­te­te schrift­li­che Noti­fi­ka­ti­on kün­di­gen. Die Kün­di­gung wird ein Jahr nach Ein­gang der Noti­fi­ka­ti­on beim Gene­ral­se­kre­tär wirksam.

Arti­kel 49 – Zugäng­li­ches Format

Der Wort­laut die­ses Über­ein­kom­mens wird in zugäng­li­chen For­ma­ten zur Ver­fü­gung gestellt.

Arti­kel 50 – Ver­bind­li­che Wortlaute

Der ara­bi­sche, der chi­ne­si­sche, der eng­li­sche, der fran­zö­si­sche, der rus­si­sche und der spa­ni­sche Wort­laut die­ses Über­ein­kom­mens sind glei­cher­ma­ßen ver­bind­lich.
Zu Urkund des­sen haben die unter­zeich­ne­ten, von ihren Regie­run­gen hier­zu gehö­rig befug­ten Bevoll­mäch­tig­ten die­ses Über­ein­kom­men unterschrieben.

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