Gleich­be­rech­ti­gung und Nicht­dis­kri­mi­nie­rung

CDU-Wahlplakat

Arti­kel 5 Absatz 1 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ent­hält das Aner­kennt­nis, dass

  • alle Men­schen vor dem Gesetz gleich sind,
  • vom Gesetz gleich zu behan­deln sind,
  • ohne Dis­kri­mi­nie­rung Anspruch auf den glei­chen Schutz durch das Gesetz und glei­che Vor­tei­le durch das Gesetz haben.

Die­se Vor­schrift wie­der­holt und bekräf­tigt damit die bereits im Inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­ko­dex ent­hal­te­nen ent­spre­chen­den Rege­lun­gen zum All­ge­mei­nen Gleich­heits­satz aus Arti­kel 26 Zivil­pakt und Arti­kel 7 der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te.

Arti­kel 5 Absatz 2 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on wie­der­holt das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung, das bereits in Arti­kel 4 Abs. 1 der Kon­ven­ti­on ver­an­kert ist und ver­langt einen glei­chen und wirk­sa­men recht­li­chen Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung, unab­hän­gig auf wel­chem Grund sie beruht.

Arti­kel 5 Absatz 3 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ver­pflich­tet die Ver­trags­staa­ten aus­drück­lich zu geeig­ne­ten Schrit­ten, um ange­mes­se­ne Vor­keh­run­gen mit dem Ziel der För­de­rung der Gleich­be­rech­ti­gung und zur Besei­ti­gung von Dis­kri­mi­nie­run­gen zu tref­fen. Bereits nach der Defi­ni­ti­on von „Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung“ in Arti­kel 2 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on wird das Ver­sa­gen von ange­mes­se­nen Vor­keh­run­gen als eine Form der Dis­kri­mi­nie­rung gewer­tet, die nach Arti­kel 5 Absatz 2 und Arti­kel 4 Abs. 1 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ver­bo­ten ist.

Nach Arti­kel 5 Absatz 4 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on wer­den beson­de­re Maß­nah­men, die zur Beschleu­ni­gung oder Her­bei­füh­rung der tat­säch­li­chen Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen erfor­der­lich sind, nicht als Dis­kri­mi­nie­rung ange­se­hen. Die­se Rege­lung ist einer ähn­li­chen Rege­lung in der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on nach­emp­fun­den, die sich mit Bezug zur Her­bei­füh­rung der De-fac­to-Gleich­be­rech­ti­gung zwi­schen Mann und Frau in Arti­kel 4 Abs. 1 der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on fin­det.

Arti­kel 5 – Gleich­be­rech­ti­gung und Nicht­dis­kri­mi­nie­rung
(1) Die Ver­trags­staa­ten aner­ken­nen, dass alle Men­schen vor dem Gesetz gleich sind, vom Gesetz gleich zu behan­deln sind und ohne Dis­kri­mi­nie­rung Anspruch auf glei­chen Schutz durch das Gesetz und glei­che Vor­tei­le durch das Gesetz haben.

(2) Die Ver­trags­staa­ten ver­bie­ten jede Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Behin­de­rung und garan­tie­ren Men­schen mit Behin­de­run­gen glei­chen und wirk­sa­men recht­li­chen Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung, gleich­viel aus wel­chen Grün­den.

(3) Zur För­de­rung der Gleich­be­rech­ti­gung und zur Besei­ti­gung von Dis­kri­mi­nie­rung unter­neh­men die Ver­trags­staa­ten alle geeig­ne­ten Schrit­te, um die Bereit­stel­lung ange­mes­se­ner Vor­keh­run­gen zu gewähr­leis­ten.

(4) Beson­de­re Maß­nah­men, die zur Beschleu­ni­gung oder Her­bei­füh­rung der tat­säch­li­chen Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen erfor­der­lich sind, gel­ten nicht als Dis­kri­mi­nie­rung im Sin­ne die­ses Über­ein­kom­mens.

In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land die­nen eine Rei­he von Vor­schrif­ten die­sem Schutz vor Dis­kri­mi­nie­run­gen, ange­fan­gen mit dem grund­recht­li­chen Schutz in Arti­kel 3 Abs. 3 Satz 2 GG, wonach u.a. nie­mand wegen sei­ner Behin­de­rung benach­tei­ligt wer­den darf. Die­se Vor­schrift bin­det in ers­ter Linie die öffent­li­che Gewalt, ent­fal­tet aber über Gene­ral­klau­seln und unbe­stimm­te Rechts­be­grif­fe eine mit­tel­ba­re Rechts­wir­kung (“Dritt­wir­kung”) auch für das Pri­vat­recht.

Ziel des Behin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­set­zes (BGG) ist es nach § 1 BGG, die Benach­tei­li­gun­gen von behin­der­ten Men­schen zu besei­ti­gen und zu ver­hin­dern sowie die gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be von behin­der­ten Men­schen am Leben in der Gesell­schaft zu gewähr­leis­ten und ihnen eine selbst­be­stimm­te Teil­ha­be zu ermög­li­chen. Das Benach­tei­li­gungs­ver­bot wird in § 7 BGG für die Trä­ger öffent­li­cher Gewalt noch­mals aus­drück­lich wie­der­holt und bestä­tigt.

Nach § 1 SGB IX erhal­ten behin­der­te oder von Behin­de­rung bedroh­te Men­schen Leis­tun­gen, um ihre Selbst­be­stim­mung und gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be am Leben in der Gesell­schaft zu för­dern, Benach­tei­li­gun­gen zu ver­mei­den oder ihnen ent­ge­gen­zu­wir­ken.

Nach § 33c SGB I darf nie­mand bei der Inan­spruch­nah­me sozia­ler Rech­te aus Grün­den einer Behin­de­rung benach­tei­ligt wer­den. Die­se Vor­schrif­ten set­zen das ver­fas­sungs­recht­li­che Benach­tei­li­gungs­ver­bot für den sozi­al­recht­li­chen bzw. öffent­lich-recht­li­chen Bereich auf der ein­fach­ge­setz­li­chen Ebe­ne um.

Arbeit­ge­ber dür­fen nach § 81 Abs. 2 SGB IX schwer­be­hin­der­te Men­schen nicht wegen ihrer Behin­de­rung benach­tei­li­gen. Im Ein­zel­nen gel­ten hier­zu die Rege­lun­gen des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG). Nach § 1 AGG ist es unter ande­rem Ziel des Geset­zes, Benach­tei­li­gun­gen aus Grün­den einer Behin­de­rung im sach­li­chen Anwen­dungs­be­reich (§ 2 Abs. 1 AGG) zu ver­hin­dern oder zu besei­ti­gen. Ins­be­son­de­re ent­hält das Gesetz in § 7 AGG ein arbeits­recht­li­ches und in § 19 AGG ein zivil­recht­li­ches Benach­tei­li­gungs­ver­bot.

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