Die Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on im his­to­ri­schen Kontext

Rollstuhl

Die UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ist das ers­te uni­ver­sel­le Rechts­in­stru­ment, das bestehen­de Men­schen­rech­te, bezo­gen auf die Lebens­si­tua­ti­on behin­der­ter Men­schen, kon­kre­ti­siert. Es wür­digt Behin­de­rung als Teil der Viel­falt mensch­li­chen Lebens und über­win­det damit das noch in vie­len Län­dern vor­herr­schen­de defi­zit­ori­en­tier­te Verständnis.

Dem Groß­teil der welt­weit rund 650 Mil­lio­nen behin­der­ten Men­schen soll das Über­ein­kom­men erst­ma­lig einen Zugang zu uni­ver­sell ver­brief­ten Rech­ten ver­schaf­fen. Die Ver­ein­ten Natio­nen schät­zen, dass nur etwa 40 Staa­ten, zumeist Indus­trie­na­tio­nen, eine natio­na­le behin­der­ten­po­li­ti­sche Gesetz­ge­bung haben. Zwei Drit­tel der etwa 650 Mil­lio­nen Men­schen mit Behin­de­run­gen leben in Ent­wick­lungs­län­dern. Zwi­schen Behin­de­rung einer­seits sowie Armut und sozia­lem Aus­schluss ande­rer­seits besteht in wei­ten Tei­len der Welt ein unmit­tel­ba­rer Zusam­men­hang. Wäh­rend das Welt­ak­ti­ons­pro­gramm für Men­schen mit Behin­de­run­gen und die Rah­men­be­stim­mun­gen für die Her­stel­lung der Chan­cen­gleich­heit von Men­schen mit Behin­de­run­gen einen ledig­lich emp­feh­len­den Cha­rak­ter haben, wird das Über­ein­kom­men für alle Staa­ten, die es rati­fi­zie­ren, verbindlich.

Ziel des Über­ein­kom­mens ist es, den gleich­be­rech­tig­ten Genuss der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten durch Men­schen mit Behin­de­run­gen zu för­dern, zu schüt­zen und zu gewähr­leis­ten. Mit die­ser Ziel­set­zung bezieht sich das Über­ein­kom­men auf die uni­ver­sel­len Men­schen­rech­te, wie sie in ande­ren men­schen­recht­li­chen Über­ein­kom­men der Ver­ein­ten Natio­nen aner­kannt sind, und steht im engen Zusam­men­hang mit die­sen Übereinkommen.

Das Über­ein­kom­men über die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen greift auf die All­ge­mei­ne Erklä­rung der Men­schen­rech­te sowie auf die wich­tigs­ten Men­schen­rechts­ver­trä­ge der Ver­ein­ten Natio­nen zurück und for­mu­liert zen­tra­le Bestim­mun­gen die­ser Doku­men­te für die Lebens­si­tua­ti­on von Men­schen mit Behin­de­run­gen. Die UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on schafft somit kei­ne Son­der­rech­te, son­dern kon­kre­ti­siert und spe­zi­fi­ziert die uni­ver­sel­len Men­schen­rech­te aus der Per­spek­ti­ve der Men­schen mit Behin­de­run­gen und vor dem Hin­ter­grund ihrer spe­zi­fi­schen Lebens­la­gen, die im Men­schen­rechts­schutz sys­te­ma­ti­sche Beach­tung fin­den müssen.

Zu den von der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on in Bezug genom­me­nen Men­schen­rechts­ver­trä­gen zäh­len im Wesentlichen

Deutsch­land hat die­se UN-Men­schen­rechts­über­ein­kom­men unter­zeich­net und ratifiziert.

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