Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Bewusstseinsbildung

CRPD-ZeitungArtikel 8 der UN-Behin­derten­recht­skon­ven­tion verpflichtet die Ver­tragsstaat­en zu sofor­ti­gen, wirk­samen und geeigneten Maß­nah­men der Bewusst­seins­bil­dung. Ziel ist es, in der Gesellschaft das Bewusst­sein für Men­schen mit Behin­derun­gen zu schär­fen und die Achtung ihrer Rechte und ihrer Würde zu fördern. Die Maß­nah­men sollen dazu beitra­gen, dass Klis­chees, Vorurteile und schädliche Prak­tiken gegenüber Men­schen mit Behin­derun­gen, auch auf­grund des Geschlechts oder des Alters, in allen Lebens­bere­ichen bekämpft wer­den und dass das Bewusst­sein für die Fähigkeit­en und den Beitrag von Men­schen mit Behin­derun­gen gefördert wird.

Artikel 8 Absatz 2 der UN-Behin­derten­recht­skon­ven­tion konkretisiert die zu tre­f­fend­en Maß­nah­men und konzen­tri­ert sich dabei auf vier Bere­iche. Dazu gehören

  • die dauer­hafte Durch­führung wirk­samer Öffentlichkeit­skam­pag­nen,
  • die Förderung ein­er respek­tvollen Ein­stel­lung auf allen Ebe­nen des Bil­dungssys­tems,
  • die Auf­forderung an die Medi­en, Men­schen mit Behin­derun­gen in ein­er dem Zweck des Übereinkom­mens entsprechen­den Weise darzustellen und
  • die Förderung von Schu­lung­spro­gram­men zur Schär­fung des Bewusst­seins für Men­schen mit Behin­derun­gen und für deren Rechte.

 

Artikel 8 — Bewusst­seins­bil­dung
(1) Die Ver­tragsstaat­en verpflicht­en sich, sofor­tige, wirk­same und geeignete Maß­nah­men zu ergreifen, um

  1. in der gesamten Gesellschaft, ein­schließlich auf der Ebene der Fam­i­lien, das Bewusst­sein für Men­schen mit Behin­derun­gen zu schär­fen und die Achtung ihrer Rechte und ihrer Würde zu fördern;
  2. Klis­chees, Vorurteile und schädliche Prak­tiken gegenüber Men­schen mit Behin­derun­gen, ein­schließlich auf­grund des Geschlechts oder des Alters, in allen Lebens­bere­ichen zu bekämpfen;
  3. das Bewusst­sein für die Fähigkeit­en und den Beitrag von Men­schen mit Behin­derun­gen zu fördern.

(2) Zu den dies­bezüglichen Maß­nah­men gehören

  1. die Ein­leitung und dauer­hafte Durch­führung wirk­samer Kam­pag­nen zur Bewusst­seins­bil­dung in der Öffentlichkeit mit dem Ziel,
    1. die Aufgeschlossen­heit gegenüber den Recht­en von Men­schen mit Behin­derun­gen zu erhöhen,
    2. eine pos­i­tive Wahrnehmung von Men­schen mit Behin­derun­gen und ein größeres gesellschaftlich­es Bewusst­sein ihnen gegenüber zu fördern,
    3. die Anerken­nung der Fer­tigkeit­en, Ver­di­en­ste und Fähigkeit­en von Men­schen mit Behin­derun­gen und ihres Beitrags zur Arbeitswelt und zum Arbeits­markt zu fördern;
  2. die Förderung ein­er respek­tvollen Ein­stel­lung gegenüber den Recht en von Men­schen mit Behin­derun­gen auf allen Ebe­nen des Bil­dungssys­tems, auch bei allen Kindern von früher Kind­heit an;
  3. die Auf­forderung an alle Medienor­gane, Men­schen mit Behin­derun­gen in ein­er dem Zweck dieses Übereinkom­mens entsprechen­den Weise darzustellen;
  4. die Förderung von Schu­lung­spro­gram­men zur Schär­fung des Bewusst­seins für Men­schen mit Behin­derun­gen und für deren Rechte.