Bar­rie­re­frei­heit

Ampel

Arti­kel 21 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on erkennt u.a. das Recht von behin­der­ten Men­schen an, sich Infor­ma­tio­nen und Gedan­ken­gut frei zu beschaf­fen, zu emp­fan­gen und wei­ter­zu­ge­ben. In ihrem Arti­kel 9 Absatz 1 ver­pflich­tet die UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ihre Unter­zeich­ner­staa­ten, geeig­ne­te Maß­nah­men zu tref­fen, um für Men­schen mit Behin­de­run­gen gleich­be­rech­tigt mit ande­ren den Zugang

  • zur phy­si­schen Umwelt, 
    • zu Trans­port­mit­teln,
    • zu Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, ein­schließ­lich Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien und ‑sys­te­men,
  • sowie zu ande­ren Ein­rich­tun­gen und Diens­ten, die der Öffent­lich­keit in städ­ti­schen und länd­li­chen Gebie­ten offen ste­hen oder für sie bereit gestellt werden,

zu gewähr­leis­ten.

Grund­la­ge für eine gleich­be­rech­tig­te gesell­schaft­li­che Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­run­gen ist damit eine mög­lichst umfas­send bar­rie­re­frei gestal­te­te Umwelt. Die Her­stel­lung umfas­sen­der Bar­rie­re­frei­heit bil­det im deut­schen Bun­des­recht das Kern­stück des Behin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­set­zes (BGG).

Sys­te­me der Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung, akus­ti­sche und visu­el­le Infor­ma­ti­ons­quel­len sowie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­rich­tun­gen sind bar­rie­re­frei, wenn sie für behin­der­te Men­schen, in der all­ge­mein übli­chen Wei­se, ohne beson­de­re Erschwer­nis und grund­sätz­lich ohne frem­de Hil­fe zugäng­lich und nutz­bar sind. Für die Behör­den des Bun­des und der Län­der, soweit sie Bun­des­recht aus­füh­ren, wur­de die bar­rie­re­freie Gestal­tung in der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­hil­fen­ver­ord­nung, der Ver­ord­nung über bar­rie­re­freie Doku­men­te in der Bun­des­ver­wal­tung und der Bar­rie­re­frei­en Infor­ma­ti­ons­tech­nik-Ver­ord­nung (BITV) kon­kre­ti­siert. Die Bestim­mun­gen der Ver­ord­nun­gen wer­den flan­kiert von ver­gleich­ba­ren Rege­lun­gen, die die Bun­des­län­der für ihren Zustän­dig­keits­be­reich erlas­sen haben.

Bar­rie­re­frei­heit von öffent­li­chen Internetangeboten

Um zu gewähr­leis­ten, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen die Infor­ma­tio­nen öffent­li­cher Inter­net­auf­trit­te und ‑ange­bo­te von Ein­rich­tun­gen des Bun­des grund­sätz­lich unein­ge­schränkt nut­zen kön­nen, wur­den die für die Bun­des­ver­wal­tung anzu­wen­den­den Stan­dards für Ange­bo­te im Inter­net in der Ver­ord­nung zur Schaf­fung bar­rie­re­frei­er Infor­ma­ti­ons­tech­nik nach dem Behin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­setz (BITV) festgeschrieben.

Die­se basie­ren grund­sätz­lich auf den inter­na­tio­nal aner­kann­ten Zugangs­richt­li­ni­en für Web­in­hal­te (Web Con­tent Acces­si­bi­li­ty Gui­de­li­nes). Die BITV kon­kre­ti­siert damit die Anfor­de­run­gen für die Dar­stel­lung von Web­in­hal­ten ins­be­son­de­re für blin­de und seh­be­hin­der­te Men­schen, aber auch für Men­schen mit Lern­be­hin­de­rung oder moto­ri­schen Einschränkungen.

Das Inter­net und moder­ne Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien wer­den für alle Men­schen, nicht nur für Men­schen mit Behin­de­run­gen, immer bedeut­sa­mer. Es ent­wi­ckelt sich zu einem zen­tra­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel und eröff­net Nut­ze­rin­nen und Nut­zern neue Mög­lich­kei­ten, in den Genuss von Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen zu kommen.

Ange­sichts des­sen und der Schnell­le­big­keit die­ses Medi­ums sol­len über die gesetz­li­che Ver­pflich­tung der Behör­den hin­aus zwi­schen Ver­bän­den behin­der­ter Men­schen einer­seits und pri­va­ten Unter­neh­men, wie z.B. Anbie­tern von Inter­net­diens­ten, ande­rer­seits Ziel­ver­ein­ba­run­gen über die bar­rie­re­freie Gestal­tung der Ange­bo­te abge­schlos­sen wer­den. Da bei der bar­rie­re­frei­en Gestal­tung vie­le Fak­to­ren eine Rol­le spie­len, bie­ten Ziel­ver­ein­ba­run­gen den Betei­lig­ten die Mög­lich­keit, fle­xi­ble und ver­hält­nis­mä­ßi­ge Lösun­gen zu tref­fen, die den Bedürf­nis­sen und kon­kre­ten Umstän­den ange­passt sind.

Audio­vi­su­el­le Mediendienste

Ergän­zend zu den Rege­lun­gen des BGG, der Ver­ord­nun­gen und des SGB IX muss­ten die EU-Mit­glied­staa­ten bis Ende des Jah­res 2009 die im Dezem­ber 2007 in Kraft getre­te­ne EU-Richt­li­nie über audio­vi­su­el­le Medi­en­diens­te umset­zen, nach der die ihrer Rechts­ho­heit unter­lie­gen­den Anbie­ter audio­vi­su­el­ler Medi­en­diens­te dar­in zu bestär­ken sind, ihre Diens­te schritt­wei­se für hör- und seh­be­hin­der­te Men­schen zugäng­lich zu machen.

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